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Channel: Zugkunft – SBB Blog.
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Silas Glauser, Projektleiter für die schwere Instandhaltung Industrie-Werk Biel.

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An einem kalten Winternachmittag habe ich Silas Glauser im Werk Biel zum Interview getroffen. Kennengelernt habe ich den 31-jährigen Nidauer im warmen Sommer, an einem CEO-Treffen in Zürich. Dort trafen sich verschiedenste SBB Mitarbeitende, die bei Bratwurst und Bier mit Andreas Meyer anstossen durften. Silas erzählte mir bereits damals auf lustige Art und Weise von seinen Tätigkeiten in der Instandhaltung, deshalb fragte ich ihn für dieses Interview an.

 
 

Was war dein Traumberuf in der Kindheit? 

Ich hatte mehrere. Zuerst wollte ich Landwirt werden, später Zugführer.

 

Welchen Beruf hast du dann erlernt?

Ich bin ausgebildeter Landmaschinenmechaniker. In der  Zeit als Landmaschinenmechaniker habe ich viel über Hydraulik, Elektrik, Motorentechnik und Pneumatik gelernt. Dieses Wissen ist für mich als Projektleiter unverzichtbar, da die Fahrzeuge immer komplexer werden und die technische Entwicklung immer schneller voranschreitet.

Später habe ich eine Weiterbildung zum Techniker HF im Bereich Automation gemacht.

 

Was würdest du jemandem mitgeben, der sich für deinen Beruf interessiert?

Er oder sie muss sich auch privat gewisse technische Kenntnisse aneignen, also beispielsweise Fachzeitschriften lesen. Weiter sollte ein Interesse für Elektronik, Elektrik, Motoren- und Getriebetechnik, Hydraulik und Pneumatik vorhanden sein. Wenn man dann noch eine gewisse Hartnäckigkeit mitbringt und sich nicht von kleineren Rückschlägen beirren lässt, ist man bestens gewappnet.

 

Kannst du dich an ein besonderes Ereignis erinnern?

Ja, einmal ist im Gotthardbasistunnel eine Lokomotive stehen geblieben. Es wäre komplizierter gewesen, sie abzuschleppen und ins Werk zu holen, als sie gleich vor Ort zu reparieren. Ich war bei der Reparatur dieser Lok beteiligt und konnte deshalb im Anschluss mit auf eine Testfahrt mit einen Lokführer. Diese Testfahrt im Gotthardbasistunnel war für mich besonders, da man nicht jeden Tag eine Testfahrt in einen neuen Tunnel macht.

 

Wie viele Frauen arbeiten bei euch in der Technik und Produktion?

Insgesamt arbeiten ca. 120 Leute im Werk Biel. Ja, in der Produktion und Arbeitsvorbereitung arbeiten drei Frauen, davon eine Lernende. Das Vorurteil hält sich leider hartnäckig, dass technische Arbeiten nur etwas für Männer seien. Den drei Frauen gefällt es jedenfalls gut bei uns, auch wenn sie in einem männerdominierten Umfeld arbeiten.

Wie viele Fahrzeuge können gleichzeitig gewartet werden?

In der Dieselhalle, wo die schwere Instandhaltung gemacht wird, haben wir Platz für neun grosse Fahrzeuge. Es gibt aber noch zwei weitere Hallen für Reparaturen an Fahrgestellen, Getriebe, Motoren und Elektrokomponenten, usw.

 

Danke für deine Zeit!

Gern geschehen!

Haben wir dein Interesse geweckt? Auf www.login.org findest du nähere Informationen zur  Ausbildung zum Automatiker oder Produktionsmechaniker.

 

 


Seline Beyeler – begeisterte Zugverkehrsleiterin.

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Auf diesen Interviewtermin habe ich mich schon lange gefreut, schliesslich durfte ich an einem sehr exklusiven Ort filmen. Ich traf Seline Beyeler nämlich in der neuen und modern ausgestatteten Betriebszentrale am Zürich Flughafen. Sie bietet ein tolles Arbeitsumfeld für unsere Zugverkehrsleitenden. Im Gebäude arbeiten auf mehreren Stockwerken 320 Mitarbeitende, später werden es 480 sein, wenn der ganze Zugverkehr rund um Zürich ebenfalls von hier gesteuert wird.

Seline Beyeler arbeitet im Stellwerk in Olten, wo ab Ende November 2014 eine genauso moderne Betriebszentrale stehen wird wie am Flughafen Zürich. Angefangen hat sie ihre berufliche Laufbahn mit einer Lehre als Kauffrau beim Betreibungs- und Konkursamt in Biel. Noch vor der Lehrabschlussprüfung wusste sie, dass sie die Zweitausbildung zur Zugverkehrsleiterin absolvieren möchte. Im Alter von 19 Jahren trat sie zur 13-monatigen Ausbildung an. Im Interview erzählt sie mir, wie sie mit Schichtarbeit, Stress und Verantwortung in ihrem Beruf umgeht und welche Perspektiven die Ausbildung zur Zugverkehrsleiterin bei der SBB bietet.

Wie lange arbeitest du bereits bei der SBB als Zugverkehrsleiterin?
Seit drei Jahren.

Von welchem Job hast du als Kind geträumt?
Ich hatte eigentlich nie einen Traumberuf. Da mich zum Zeitpunkt der Berufsentscheidung sehr viele Bereiche interessierten, war es für mich nicht einfach. Die kaufmännische Ausbildung bietet eine gute Grundlage, deshalb habe ich mich dann dafür entschieden.

Welche Perspektiven bietet die Ausbildung zum Zugverkehrsleiter?
Nach der achtmonatigen Ausbildung wird man in die verschiedenen Arbeitsplätze und Bedienbereiche eingeführt und überwacht diese. Schrittweise kommen weitere Bedienbereiche hinzu und man kann mehr Verantwortung übernehmen. Man kann aber auch in Projekten mitarbeiten: Ich helfe beispielsweise schon jetzt nach knapp drei Jahren mit, die neue Betriebszentrale in Olten aufzubauen.

Was magst du an deinem Beruf besonders?
Die Schichtarbeit ist für mich optimal: Mein Freund arbeitet ebenfalls unregelmässig. Hinzu kommt, dass ich Freizeit habe, wenn andere arbeiten. Dadurch kann ich auch tagsüber meinen Hobbies nachgehen. Ich fahre Motorrad, tauche und fotografiere. Die Schichtzuteilung erhält man 3 Monate im Voraus, das erleichtert die Planung. Wer seine Fixtermine frühzeitig anmeldet, kann sie in der Regel auch wahrnehmen. Ich kann so mein Engagement bei der Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr trotz den unregelmässigen Arbeitszeiten beibehalten.
Zu erwähnen ist auch, dass die Arbeit sehr abwechslungsreich und spannend ist. Man darf und muss Verantwortung tragen.

Gibt es bestimmte Netzabschnitte, die du überwachst?
Unser Team in Olten überwacht und leitet den Verkehr zwischen Olten–Biel, Olten–Bern und Olten–Luzern.

Wie gehst du mit den unterschiedlichen Belastungen (Stress zu Stosszeiten, Monotonie zu Randzeiten) um?
Das ist zu Beginn tatsächlich eine Herausforderung. Es gibt drei Schichten: 04.00–12.00 Uhr, 12.00–19.00 Uhr und 19.00–04.00 Uhr. Jede Schicht hat andere Stosszeiten, dadurch kann es vorkommen, dass man voll konzentriert beginnen muss und es später ruhig wird. Gegen Ende einer solchen Schicht muss man gut aufpassen, dass man konzentriert bleibt. Das aktive Überwachen des Netzabschnittes zu ruhigeren Zeiten ist genauso wichtig. Mit der Zeit lernt man damit umzugehen.

Welchen Tipp würdest du jemandem mitgeben, der sich für den Beruf interessiert?
Am besten besucht er oder sie eine der angebotenen Infoveranstaltungen, um ein besseres Bild von der Ausbildung und des Berufs zu erhalten. Danach kann man sich bewerben und los geht’s!

 

Interessierst du dich für die Ausbildung als Zugverkehrsleiter/in? Wir bilden jährlich rund 120 Zugverkehrsleiter/innen in der ganzen Schweiz aus. Mehr Informationen findest du auch unter www.sbb.ch/zvl

Christian Marty, Ingenieur bei SBB Infrastruktur

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Der Wind wehte zügig und es war kalt, als ich Christian Marty auf dem brandneuen Bahnhofgelände Lyss Grien interviewte. Mit 30 Jahren hat er dieses Projekt 2010 übernommen und während drei Jahren begleitet. Gebaut wurde von März bis November 2013. Die Inbetriebnahme der Haltestelle erfolgte auf den Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013. Ich merkte sofort, dass der junge Bauingenieur stolz auf sein fertiges Projekt ist.
Christian Marty, Ingenieur bei SBB

Wie sieht dein Werdegang aus?

Nach der Matur besuchte ich ein Jahr lang die ETH Lausanne, wo ich das erste Vordiplom absolvierte. Anschliessend studierte ich an der Fachhochschule Burgdorf Bauingenieur. Seit 1. August 2009 arbeite ich bei der SBB.

 

Was war dein beruflicher Bubentraum?

Ich habe als Kind sehr oft mit Lego gespielt. Das hat irgendwann den Wunsch in mir ausgelöst, die Sachen, die ich so konstruiert habe, auch in Wirklichkeit und in gross zu bauen. Diesen Traum sehe ich als Ingenieur zu einem grossen Teil verwirklicht.

 

Was muss ein guter Ingenieur, eine gute Ingenieurin unbedingt können?

Aus meiner Sicht muss die Tragweite der Entscheidungen und Tätigkeiten im Gesamtkontext des Projektes eingeschätzt werden können. Zudem ist es wichtig, dass Ingenieure und Ingenieurinnen klar und verständlich kommunizieren können. Da sehr viele Leute – auch externe – in ein Projekt involviert sind, ist ein kontinuierlicher Informationsaustausch zentral.

 

Was fasziniert dich an der Arbeit bei der SBB?

Mich fasziniert das komplexe Zusammenspiel im Spannungsfeld zwischen Bauen und Betreiben der Infrastruktur. Kanton, Gemeinde und interne Anspruchsgruppen spielen ebenso eine Rolle, wie die Mitarbeitenden auf der Baustelle oder in der Kommunikation. Allein ist nichts zu erreichen. Zudem erfüllt es mich mit Stolz, dass wir mit unserer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung der Infrastruktur der SBB leisten. Mein Alltag ist sehr abwechslungsreich: Sitzungen und Büroarbeit wechseln sich ab mit Arbeit vor Ort bei Wind und Wetter. Vor Ort wächst jeweils das Bewusstsein, dass aus der Planung etwas Handfestes wird.

 

Welches war dein spannendstes Projekt bisher?

Das war dieses Projekt, Lyss Grien. Ich durfte es von Anfang an begleiten – vom Auftrag für die Stufe Vorprojekt bis zur Inbetriebnahme. Jede Projektphase ist unterschiedlich: Von der Abklärung der Rahmenbedingungen über die Projektierung bis hin zur Ausführung und Inbetriebnahme habe ich alle Schritte begleitet. Das ist sehr spannend.

 

Wie fühlt man sich am Ende eines Projekts?

Ich bin extrem stolz und dankbar. Alle Projektbeteiligten haben mitgeholfen, dass wir dieses Projekt erfolgreich abschliessen konnten. Alleine erreicht man bekanntlich wenig, deshalb ist es umso erfreulicher, wenn alle am gleichen Strick ziehen.

 

Wie viel Zeit verbringst du auf der Baustelle?

Auf jeden Fall zu wenig. Man hat relativ viel Büroarbeit, muss Sitzungen vorbereiten, E-Mails beantworten, usw. Im Durchschnitt besuche ich die Baustelle nur alle zwei Wochen für eine Begehung und um den Fortschritt zu besprechen. Dabei sind diese Begehungen immer sehr aufschlussreich: Das geplante Projekt wird konkret umgesetzt. Teilweise werden rasche Entscheidungen benötigt, welche in Abstimmung mit Planer und Unternehmer gefällt werden. Man sieht, wo es allenfalls Schwierigkeiten gibt, an welchen Punkten man wie weit ist und kommt mit den Bauarbeitern in Kontakt. Zudem erhalte ich auch Erkenntnisse, die ich für ein nächstes Projekt verwenden kann.

 

Kannst du uns den Projektverlauf schildern?

Zuerst erhalte ich den Auftrag von interner Seite und stelle ein entsprechendes Projektteam zusammen. Wo nötig bezieht man dann externe Partner mit ein, d.h. man macht eine Ausschreibung, worauf sich Firmen mit einer Offerte bei mir melden. Zusammen mit diesen Partnern und mit dem Kanton und der Gemeinde entwickeln und planen wir das Projekt und reichen es danach beim Bundesamt für Verkehr ein. Das Bundesamt erteilt uns anschliessend die Baubewilligung. Nun können wir mit der Ausführung beginnen. Mittels erneuten Ausschreibungen holen wir zusätzliche Realisationspartner ins Boot. Das Projekt Lyss Grien dauerte inkl. Bauzeit drei Jahre.

 

Weshalb brauchte es diese Haltestelle?

In der Nähe entstehen  neue Wohnbauten. Den Menschen, die dort wohnen ermöglichen wir so einen Anschluss an das Bahnnetz – dank der neuen Haltestelle kommen die Pendlerinnen und Pendler im schnell wachsenden Wohn- und Gewerbegebiet zwischen Aarberg und Lyss seit letztem Dezember noch schneller zum Zug. Zudem war in diesem Fall auch eine Sicherheitsüberlegung ausschlaggebend: Die neue Velo- und Personenunterführung dient als sichere Verbindung zwischen Wohn-, Gewerbe- und Freizeitgebiet.

 

Du bist bei der Feuerwehr dabei. Gab es auch schon «Feuerwehrübungen» während einem Projekt?

Ab und zu gibt es «Feuerwehrübungen». Den Projektablauf kann man nicht zu 100  Prozent voraus planen. Gerade während der Ausführung (beispielsweise beim Baugrund) kann es immer wieder Überraschungen geben. Dies macht die Projektarbeit spannend und abwechslungsreich. Eine vorausschauende Planung und Vorbereitung verhindert aber viele Feuerwehrübungen.

 

Welches Projekt betreust du als nächstes und was kommt dabei auf dich zu?

Ich darf die Gesamtprojektleitung vom Vierspurausbau in Liestal übernehmen. Dort stehen wir im Vorprojekt. Wir schaffen die Grundlage für einen Angebotsausbau zwischen Olten und Basel und bauen attraktive Perronanlagen für unsere Kundinnen und Kunden.

 

Mehr Informationen.

Arbeiten im Multispace – was heisst das?

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Im Sommer bezieht die SBB den neuen Hauptsitz in Bern Wankdorf. Das Gebäude wurde nach neusten Erkenntnissen der Bürogestaltung konzipiert und realisiert. Doch was ist Multispace, was heisst Desksharing und was wird «zugkünftige» Mitarbeitende im Wankdorf erwarten?

Germaine Schädler war im Projekt zuständig für die Büroplanung und Zonenzuteilung und konnte so gleich ihren neuen Arbeitsplatz mitgestalten. Während dem Interview spürte ich ihre grosse Vorfreude auf etwas ganz Spezielles…

Doch der Reihe nach. Was versteht man unter diesen neuen Arbeitsplatzmodellen?

Portfoliomanagerin Germaine Schädler

Germaine Schädler, Portfoliomanagerin bei SBB Immobilien

Wir arbeiten heute immer weniger an einem fixen Arbeitsplatz. Das Arbeiten zuhause, unterwegs oder an anderen Orten gewinnt an Bedeutung. Auch innerhalb eines Bürogebäudes sind wir oft unterwegs und arbeiten in Rückzugsräumen wie Sitzungszimmer, Fokusräume, etc. Insbesondere gewinnt das zeitlich und räumlich flexible Arbeiten an Bedeutung. Multispace bietet den Mitarbeitenden nicht nur einen physischen Arbeitsplatz, sondern ein ganzheitliches Arbeitsumfeld. Offene Raumstrukturen ermöglichen so unterschiedliche Formen von Büroarbeit.

Desksharing bedeutet nicht Arbeitsplätze zu verdichten, sondern die bestehenden Arbeitsplätze optimaler auszulasten. Für Desksharing-Arbeitsplätze stehen gleich viel Quadratmeter zur Verfügung wie für fixe Arbeitsplätze. Der Standard-Büro-Arbeitsplatz der SBB gibt vor, dass keine Einzelbüros mehr realisiert werden. Mitarbeitende mit einem Desksharing-Arbeitsplatz erhalten ihr persönliches Schliessfach und eine Ablage in unmittelbarer Nähe der Desksharing-Arbeitsplätze in ihrer Homebase.

Einige Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit neue Arbeitsplatzmodelle auf breite Zustimmung stossen und dadurch die Produktivität und Innovationskraft steigt.

  1. Fachspezifische Homebases.
    Arbeitsplatzteilung ergibt Sinn, wenn im Multispace weiterhin die Funktionen und Tätigkeiten berücksichtigt werden. Desksharing wird deshalb innerhalb einer sogenannten Homebase umgesetzt. Das bedeutet, dass man sich als Team oder Fachbereich eine bestimmte Anzahl Arbeitsplätze teilt. Man hat zwar keinen eigenen Arbeitsplatz mehr, dafür aber eine Arbeitszone als Team in einem bestimmten Bereich im Gebäude.
  2. Mitarbeitende sind abgeholt und bereit.
    Im Multispace zu arbeiten – ohne fix zugeteilten Schreibtisch – kann für einige Mitarbeitende den Verlust von Privatsphäre am Arbeitsplatz bedeuten. Ein fixer Arbeitsplatz bot vorher Regelmässigkeit und Gewohnheit und konnte mit persönlichen Gegenständen eingerichtet werden. Das Arbeiten im Multispace und die Einführung von Desksharing ziehen einige Veränderungen nach sich. Das Change Management bereitet die Mitarbeitenden optimal auf diese Veränderungen vor.
  3. Teilzeit und Telearbeit sind etabliert.
    Je mehr Teilzeitstellen und Telearbeit eine Firma erlaubt, desto mehr Schreibtische werden effizienter genutzt. Allerdings liegt es in der Natur einiger Tätigkeiten, dass sie nicht von zuhause aus erledigt werden können: Ein Lokführer kann den Zug nicht von seinem Wohnzimmer fernsteuern. Telearbeit ist eine Möglichkeit und kein Zwang, die Vorteile und Nachteile sind sehr subjektiv.
  4. Gesamtkonzept unterstützt Arbeitsplatzklima.
    Fokusräume, Kommunikationsinseln, Sitzungszimmer, etc. sind genauso vorhanden, wie einladende Pausenräume für die Begegnung und Kommunikation. Die Rückzugsräume können von allen Mitarbeitenden genutzt werden.
  5. Passendes IT-Konzept.
    Ohne flächendeckendes WiFi, mobile Endgeräte (Laptops und Tablets) sowie punktuellen Einsatz von privaten Geräten funktionieren Multispace und Desksharing nicht. Die Bandbreite und Geschwindigkeit der Verbindungen sind hierbei zentral.

Im Video erzählt Germaine Schädler mehr über die Konzipierung der Arbeitsplätze am neuen SBB Hauptsitz und welche Faktoren für sie bei der Arbeit am Wichtigsten sind.

Mehr Informationen zu SBB Immobilien:

Zu Besuch am Willkommenstag.

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Der Willkommenstag der SBB ist eines unserer zentralen Onboarding-Instrumente, um neu  eintretenden Mitarbeitenden aller Hierarchiestufen ein erstes Basiswissen zu ihrer neuen Arbeitgeberin zu vermitteln. Dabei lernen sich die Neuankömmlinge aus allen Divisionen kennen und können sich so bereits mit anderen neuen Mitarbeitenden vernetzen.

Die neu eintretenden Mitarbeitenden aller Hierarchiestufen erhalten die Gelegenheit, grundlegende Informationen wie z. B. Strategie, Herausforderungen, Werte, Kultur zu ihrer neuen Arbeitgeberin zu erhalten und über ihren eigenen Bereich hinaus die SBB kennen zu lernen. Der Willkommenstag hat ausserdem zum Ziel, dass sich die neu eintretenden Mitarbeitenden willkommen fühlen, sich dank einer guten Einführung rasch im Unternehmen zurecht finden und schnell produktiv einsetzbar sind.

Der Willkommenstag findet im schönen Muntelier, oberhalb Murten, in unserem Schulungs- und Tagungszentrum Centre Löwenberg statt. Der Weg vom Bahnhof zum Zentrum führt über eine kleine Allee

Der Tag beginnt jeweils mit Kaffee und Fruchtsaft, Brötchen, Croissants und Früchten. Erste Diskussionen mit anderen Teilnehmern bahnen sich an, bevor der Gong ertönt. Damit werden die Teilnehmenden in den grossen Saal gebeten, wo in einem ersten Referatsteil die Strategie, Herausforderungen, sowie aktuelle Projekte der SBB von einem Konzernleitungsmitglied präsentiert werden.

Ich bin für ein paar Kurzinterviews mit Neueintretenden ins Centre Löwenberg gefahren, um sie nach dieser ersten Präsentation zu befragen. Ich fragte sie, wo sie tätig sein werden, was ihnen am Willkommenstag gefällt, wieso sie sich bei der SBB beworben haben und auf was sie sich für die kommende Zeit bei der SBB am meisten freuen.

In den Antworten hörte ich immer wieder, dass der Anlass informativ und nützlich sei, um den Einstieg in das Grossunternehmen SBB zu erleichtern.

Dabei wussten zum Zeitpunkt der Interviews die Teilnehmenden noch gar nicht, dass sie am Vor- und Nachmittag noch viel mehr lernen würden. Am Willkommenstag stellen sich nämlich die SBB Divisionen und wichtige Bereiche (zum Beispiel der ärztliche Dienst oder die Kommunikation) mit einem eigenen Stand vor. An diesen Ständen wird divisionsspezifisches Wissen vermittelt, damit Neueintretende das SBB Geschäft kennenlernen.

Nach dem ersten Referat am Morgen stellt ein Mitglied aus dem obersten HR-Führungsgremium die Werte, die Kultur und Führungsgrundsätze der SBB vor. Dann geht’s zu einem gemeinsamen, reichlich gedeckten Mittagsbuffet, damit am Nachmittag wieder voll durchgestartet werden kann.

Dieser zweite Teil erfordert die aktive Beteiligung der Neueingetretenen. Sie besuchen dann die Workshops der Division, bei der sie angestellt sind und lernen wichtige Details kennen. Für den Bereich Konzern (den ich damals kennenlernte) heisst das beispielsweise: Woher kommt der Konzernumsatz und wohin fliessen die Ausgaben? Welche Tochtergesellschaften gehören zur SBB? Welches sind die Konzernziele?

Natürlich darf zum Abschluss des Tages auch ein Apéro nicht fehlen. Die Netzwerkeffekte sind dann immer am grössten. Ich habe so einige Leute aus komplett anderen Berufsfeldern (Handwerker, Logistiker) kennengelernt.

Welche Willkommensanlässe habt Ihr bei Firmen bisher erlebt?

 

Drei Fragen an HR-Beratende der SBB.

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Auf was achten unsere HR-Beratenden, wenn sie Bewerbungsdossiers lesen und Gespräche mit Bewerbern führen? Ich habe dazu Andreas Bergmann von der SBB Informatik, Markus Löhrer von den SBB Immobilien, Tanja Monti-Pervelli aus dem Geschäftsbereich Infrastruktur sowie Stefan Renfer von SBB Personenverkehr befragt.

 

Wie sollten sich  Bewerbende im Bewerbungsgespräch verhalten?

Andreas Bergmann, SBB Informatik (AB)

Andreas BergmannAuthentisch, sich selber sein. Zugeben, wenn man etwas nicht weiss, nicht beantworten kann. Fragen wenn möglich versuchen, mit einem erlebten Beispiel zu beantworten. Er oder sie sollte im Gespräch in der Lage sein, etwas über das Unternehmen SBB zu erzählen. Es ist ausserdem wichtig zu wissen, warum man für das Unternehmen interessant ist und sich seinen fachlichen, technischen und sozialen Kompetenzen sicher sein.

 

Tanja Monti-Pervelli, SBB Infrastruktur (TM)Tanja Monti-Pervelli

Er oder sie sollte möglichst sich selbst sein. Dazu gehört ein Lächeln und Humor, also auch eine Portion Lockerheit in den richtigen Momenten, dann kommt es gut.

 

Markus LöhrerMarkus Löhrer, SBB Immobilien (ML)

Bewerbende sollen authentisch auftreten, damit ihre Persönlichkeit zur Geltung kommt. Weiter erwarten wir, dass die Kandidatin oder der Kandidat gut vorbereitet zum Gespräch erscheint und sich im Vorfeld sowohl mit unserer Unternehmung als auch der konkreten Stelle befasst hat. Höflichkeit, aufrichtiges Interesse sowie Aufmerksamkeit sind weitere vorteilhafte Faktoren für ein zielführendes, konstruktives Bewerbungsgespräch.

 

Stefan Renfer, SBB Personenverkehr (SR)Stefan Renfer

Am wichtigsten ist ein authentisches, selbstbewusstes Auftreten ohne arrogant zu wirken. Zudem sollte die Kandidatin oder der Kandidat informative und auf den Punkt gebrachte Aussagen machen. Selbstverständlich ist auch ein spürbares Interesse an der Stelle und der Unternehmung zentral. Passende Gestik und Mimik runden das gute Verhalten im Bewerbungsgespräch ab.

 

Welche Fehler sind im Bewerbungsdossier in Ihren Augen unbedingt zu vermeiden?

AB:
Schlecht sind zum Beispiel Lücken, die nicht beschrieben und begründet werden. Ein Dossier ohne Motivationsschreiben fällt auch meistens durch. Die Koordinaten (Telefonnummer, Anschrift) dürfen nicht fehlen. In bestimmten Berufen ist auch ein aktuelles Foto angebracht. Der Lebenslauf sollte überschaubar und gut lesbar sein.

TM:
Schreibfehler, Flecken vom letzten Essen, Fotos mit einem Glas Wein in der Hand oder in der Badehose sollten vermieden werden. Auch fehlende Unterlagen oder nicht unterschriebene Begleitbriefe sind ein No-Go.

ML:
Lückenhafte Unterlagen
, falsche Angaben im Lebenslauf sowie Schreibfehler erzeugen bei uns einen negativen Eindruck. Bewerbungsdossiers sollten vollständig eingereicht werden (Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Aus-/Weiterbildungsabschlüsse) und ein Motivationsschreiben beinhalten.

SR:
Einer der häufigsten Fehler im Bewerbungsschreiben ist die Übertreibung der Tatsachen. Überzeugen sollte man stattdessen mit nachvollziehbaren Argumenten und konkreten Beispielen. Wichtig ist zudem, dass das Bewerbungsschreiben individuell formuliert ist und der Umfang überschaubar bleibt. Romane lesen wir lieber in der Freizeit.

 

Wie können bei Ihnen Bewerbende aus der Masse herausragen/hervorstechen?

AB:
Ich schätze es, wenn sich der Lebenslauf von anderen abhebt, zum Beispiel in Form einer Titelseite und eines Datenblattes. Auf diesem Datenblatt geht er oder sie auf das Inserat ein und beschreibt seine eigenen Kompetenzen und Erfahrungen entsprechend den Anforderungen im Inserat. Wer das Dossier liest, muss die Kernkompetenzen auf den ersten beiden Seiten bereits erkennen können. Man hebt sich ab, indem man sich nur bewirbt, wenn man nach kritischem Überprüfen sicher zu 70-80% auf die Herausforderung passt. Viele machen das nicht und sind nach der Absage sehr enttäuscht.

TM:
Ich mag Bewerbende, die Sinn für Humor haben und gut vorbereitet sind. Solche, die auf meine Fragen antworten können ohne nervös zu werden und die mich überzeugen können, dass sie in der angebotenen Stelle mit «Herzblut» mitarbeiten werden.

ML:
Das Herzstück eines Bewerbungsdossiers ist der Lebenslauf. Hier legen wir grossen Wert auf eine übersichtliche und klare Struktur mit Fokus auf das Wesentliche. Wir wollen uns in möglichst kurzer Zeit ein aussagekräftiges Bild über den Werdegang des Kandidaten oder der Kandidatin machen. Ein professionelles, darin integriertes Passfoto verleiht dem Dokument zusätzlich eine sympathische Note. Übertriebene, gestalterische Kreativität sticht zwar aus der Masse hervor – üblicherweise jedoch nicht im Sinne des Bewerbers bzw. der Bewerberin.

SR:
Um sich aus der Masse abzuheben, greifen Bewerbende manchmal zu höchst kreativen Formen und Verhaltensweisen. Doch der Inhalt, sei es im Bewerbungsdossier oder im Gespräch, schlägt noch immer die Form.

 

Weitere Information zu Jobs und Karriere bei der SBB

Der Infoassistent – cool bleiben, wenn es hektisch wird.

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Als Zugverkehrsleiter habe ich auch regelmässig Einsätze als Infoassistent. Ja, was ist ein Infoassistent? Hatte man schon beim Ausdruck Zugverkehrsleiter ein wenig Mühe mit dem korrekten Verstehen, so wissen die meisten Nicht-Eisenbahner mit dem Begriff Infoassistent erst recht nichts anzufangen. Ich mach‘s kurz und schmerzlos: der Infoassistent – kurz: Infoass oder auch wertschätzender: Infospezialist – ist für die Kundeninformation zuständig.

Während also der Zugverkehrsleiter (ZVL) für die Überwachung und Steuerung des Betriebes des gesamten Zugverkehrs in seinem Verantwortungsbereich zuständig ist, hat der Infoassistent dafür zu sorgen, dass die Reisenden in seinem Zuständigkeitsbereich mit den richtigen Informationen versorgt werden.

 

Informationen zum Sehen und Hören.

Die Informationen für Reisende werden in optischer und akustischer Form herausgegeben. Optisch, also mit dem Auge wahrnehmbar, sind all jene Anzeiger an den Gleisen, in Unterführungen und in grösseren Bahnhofshallen. Oftmals sind es heute meist Monitore, die ihre Arbeit geräuschlos verrichten.

An vielen Orten aber finden sich noch die Fallblatt-Anzeiger, deren typische Ratter- oder Raschelgeräusche für viele Bahnfahrer nach wie vor zum Alltag gehören.

Und wer sorgt dafür, dass hier am richtigen Gleis auch der richtige Zug mit dem richtigen Ziel und der fahrplanmässigen Zeit angeschrieben steht – und im Notfall die Fallblatt-Anzeige mal «»durchgeschüttelt» wird, damit statt «Bitte nicht ZÜRICH» das erwünschte «Bitte nicht einsteigen» zu lesen ist? Der Infoassistent.

Auch wenn so mancher Zeitgenosse heute mit verstöpselten Ohren herumläuft, wird nach wie vor auch akustisch informiert, also per Lautsprecher Durchsagen gemacht. Dies kann mitunter auch das einzige Informationsmittel sein, denn nicht jeder Bahnhof und jedes Perron ist mit Anzeigern ausgerüstet. Und wer ist dafür zuständig, dass die richtigen Durchsagen zur richtigen Zeit gemacht werden? Genau, der Infoassistent.

Apropos Durchsagen: während noch bis zur Jahrtausendwende Livedurchsagen üblich waren und jeder Bahnhof seine eigenen Stimmen hatte, dominieren heute die Einheitsstimmen von SBB, BLS etc. aus dem Computer. Für die Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch sind eine Vielzahl an Textbausteinen vorprogrammiert, die dann bei Bedarf durch den Infoassistenten zu den gewünschten Durchsagen zusammengesetzt werden können.

 

90% Ruhe und 10% Stress.

Oft höre ich die Meinung, der Eisenbahnbetrieb sei so stark automatisiert, dass im Prinzip alles von selber laufe und in 90% der Zeit nichts gross zu tun sei für den Infoassistenten. Also sei das doch mit links zu machen. Nun, das Anspruchsvolle sind eben die restlichen 10% der Zeit!
Die können für den Infoassistenten schnell mal stressig werden. Sein Verantwortungsbereich ist nämlich um einiges grösser als der eines Zugverkehrsleiters.

Wann muss nun der Infoassistent tätig werden? Ich nehme mal als Beispiel eine simple Gleisänderung: Der Mensch als Pendler und Gewohnheitstier wartet stets am gleichen Ort. Aber nun muss der Zug auf einem anderen Gleis einfahren, aus welchen Gründen auch immer.
Schön, wenn dies schon länger im voraus bekannt ist; dann wird mit hoher Sicherheit auch der Reisende am Perron merken, dass sein erwartetet Zug gar nicht angeschrieben ist. Dies ist in der Regel bis etwa 30 Minuten vor Abfahrt der Fall.
Im besten Falle muss man sich nur umdrehen, weil der Zug am Nachbargleis vom selben Perron einfahren wird.
Schlechter aber sieht‘s aus, wenn auf ein anderes Perron gewechselt werden muss. Dann wird zirka zehn Minuten vor der Einfahrt des Zuges erstmals auch akustisch darauf hingewiesen, dass der Zug heute von einem anderen Gleis abfährt. Das aber geht freilich nur, wenn die Gleisänderung so weit im voraus bekannt ist, was auch nicht immer der Fall ist.

Dumm also, wenn eine solche Gleisänderung sehr kurzfristig erfolgen muss, etwa eine Minute vor der Abfahrtszeit. Je nach Tageszeit löst man so eine regelrechte Völkerwanderung aus, die dann auch hektische Formen annehmen kann. Und nicht jeder Reisende ist wirklich gut zu Fuss unterwegs.

gebrochene_anschluesse_zug109Und man mag es kaum glauben, aber die Kunst, Eisenbahnreisende zu verärgern, kennt noch eine weitere Steigerung: nämlich eine bereits recht kurzfristig angekündigte Gleisänderung noch kurzfristiger wieder rückgängig zu machen! Dann wird man im Kommandoraum mitunter ein leises Fluchen oder vielleicht auch ein Schimpfwort aus dem Tierleben hören, mindestens aber eine Bekundung gewissen Unwillens; und am Bahnhof vor Ort erhält man die seltene Chance, auch mal die Stimme des gerade zuständigen Infoassistenten zu hören, weil der nun per Livedurchsage versucht für Klarheit zu sorgen und sicher auch ein «Wir bitten Sie um Entschuldigung» verlautbaren lässt.
Dabei ist er in den allerwenigsten Fällen der Verursacher des Durcheinanders.

Eine weitere Aufgabe ist das Erstellen von Reisenden-Lenkungen. Kommt beispielsweise ein ICE zu spät aus Deutschland an und die vorgesehenen Anschlusszüge mussten bereits abfahren, liegt es am Infoass, nach alternativen Anschlüssen zu suchen, damit diese dann bei der Ankunft korrekt durchgegeben werden können. Man achte mal drauf: immer, wenn bei einer Anschlussmeldung ein «…und steigen in … um …» zu vernehmen ist, muss im Hintergrund der Infoass tätig gewesen sein.

 

Ruhe bewahren im Chaos.

Zugverkehrsleiter frisch ab Prüfung werden in einer 10-tätigen Instruktion auf ihre Aufgabe als Infoassistent vorbereitet. Ich verfüge nun schon über drei Monate Infoassistenten-Praxis. Jeder Einsatz ist eine Überraschungstüte. Bisher lief bei mir alles gut.
Die grosse Feuertaufe jedoch blieb bisher noch aus. Gemeint ist damit ein Ereignis, bei dem das ALEA – das SBB-interne Informationssystem – im wahrsten Sinne des Wortes explodiert, weil im 5-Sekunden-Takt ständig neue Meldungen eintreffen und man mit Lesen und Auswerten nicht mehr hinterher kommt.

Das passiert etwa, wenn eine vielbefahrene Strecke auf einen Schlag unterbrochen ist, weil etwa die Fahrleitung heruntergerissen wurde oder bei einem Personenunfall.
Man wird von der nun hereinprasselnden Informationsflut beinahe erstickt und kommt zu nichts mehr. Denn schon im nächsten Augenblick kann eine vor zwei Minuten verkündete Information sich als falsch entpuppen oder eine getroffene Entscheidung bereits hinfällig sein. Chaosphase nennt sich sowas auch sehr zutreffend. Den Anspruch, es möglichst jedem recht zu machen, muss man in einer solchen Situation vergessen.

Respekt vor all jenen ZVL und Infoassistenten, die in solchen Situationen Ruhe bewahren und versuchen, für die Reisenden das Bestmögliche herauszuholen.

Erster SBB Welcome Day für Lernende.

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Von Mia Müller und Lara Burri

Mitte August erhielten wir die Einladung zum ersten Welcome Day in der Geschichte der SBB. Das Motto «Stars der Zukunft» hat uns sehr überrascht. Wir wussten nicht, was uns dort erwarten wird. Wir meldeten uns an, mit der Aussicht unsere neu gewonnenen Freunde aus der login-Woche wieder zu treffen. Unsere Anreise erfolgte natürlich mit dem öffentlichen Verkehr. :-) Obschon die Reise lange dauerte, freuten wir uns auf einen abwechslungsreichen Tag. Dazu hofften wir, dass dieser Tag nicht mit all zu viel Theorie verbunden ist …

 

EmpfangAls wir im Verkehrshaus Luzern ankamen, wurden wir herzlich im 2. Stock begrüsst. Ein Buffet war für uns vorbereitet, damit wir nicht hungrig in den Tag starten mussten. Leckere Gipfeli, wie auch diverse
Getränke standen zur Verpflegung bereit. Gleich nachdem wir mit unseren Freunden gesprochen hatten, liefen wir mit Musik über den inszenierten roten Teppich in den grossen Saal hinein. Überall waren Fotografen mit Blitzlicht, wir haben uns wie Stars gefühlt und verstanden somit den Titel der Einladung.

 

Auf der Leinwand erschien unser CEO Andreas Meyer mit einer Videobotschaft vor dem neuen SBB Hauptsitz im Wankdorf. Wir fanden es toll, dass er nicht nur Deutsch, sondern auch Italienisch und Französisch sprach. Darauf folgte, dass wir in uns zugewiesenen Gruppen mit anderen Lernenden gingen. Wir erfanden für unsere Gruppe einen eigenen Gruppennamen und begannen unser Plakat zu gestalten, welches später von einer Jury bewertet wurde. Jedoch wussten wir noch nicht, was der Hauptpreis sein wird. Um dieses Plakat zu vervollständigen, erfuhren wir von erfahrenen SBB Mitarbeitenden, wie es vor mehreren Jahren bei der SBB noch war. Aus diesem Vortrag nahmen wir die wichtigsten Informationen, welche wir anschliessend aufs Plakat übertrugen.

Plakat_klein

Vor dem Mittagessen hielt Markus Jordi, der Personalchef der SBB, ein Referat über das Leitbild und die Organisation der SBB. Gegen 12 Uhr konnten wir Hunger und Durst an einem Mittagsbuffet stillen und mit einem leckeren Dessert das Essen abrunden. Nach dem Mittagessen gingen wir in unsere berufsspezifischen Gruppen und lernten dort mehr über unsere Lehre kennen, indem uns ehemalige Lernende von der eigenen Lehrzeit erzählten.

Wir posierten mit den Welcome Day Sternen und den SBB Hüten vor der Linse. Nachdem wir unser Foto geschossen hatten, klebten wir es auf unser Plakat und stellten dieses fertig. Die Jury bewertete die Plakate um herauszufinden, welche Gruppe den Hauptpreis verdient hat. Schliesslich machten wir eine kleine Pause, konnten etwas kleines essen und fanden uns im grossen Saal wieder ein.

Gruppenbild3

Als Highlight des Tages trat die Tanzgruppe TeKi TeKua auf, welche es bei «Got to Dance» bis ins Halbfinale schaffte. Sie zeigten uns in einem kurzen Workshop noch einige ihrer Moves. Anschliessend wurde die Siegergruppe des Plakatwettbewerbs gekürt. Nun erfuhren wir endlich, dass eine Limousinenfahrt durch Luzern der Hauptpreis war. Aus unerklärlichen Gründen waren wir beide leider nicht in der Siegergruppe. Schaaaaaaaaaade! :-)

Limo

Zum Abschluss des ersten SBB Welcome Days bekamen wir alle noch Kopfhörer sowie auch eine DVD bezüglich Sicherheit bei der SBB zum Mitnehmen. Mit gutem Gefühl machten wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof und traten unsere Heimreise an. Wir fanden den Event toll und freuen uns nun auf die bevorstehende Lehrzeit.

 

Wir sind Mia Müller und Lara Burri, 15 und 16 Jahre alt. Im August haben wir unsere Lehre als Kauffrau im öffentlichen Verkehr begonnen und arbeiten für das nächste halbe Jahr bei der Bildung SBB. Wir freuen uns sehr auf die kommende Lehrzeit! :-)

Vom Hochschulpraktikum zur Trainee-Stelle … Oder: Was macht Leonie?

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SBB Trainee Leonie Lendenmann

Leonie Lendenmann – Vom Hochschulpraktikum zum Trainee Programm

Leonie Lendenmann wurde hier schon einmal vorgestellt. Im März 2014 war Leonie soeben in ihr halbjähriges Hochschulpraktikum in der Division Personenverkehr gestartet. Seither sind einige Monate vergangen, und wir möchten wissen, was Leonie seither erlebt hat.

«Wir hatten total verrückte Ideen.»

Bei einem Kaffee erzählt Leonie von ihrer spannenden Zeit im Innovations-Team der SBB. Anfangs sei sie überrascht gewesen, dass so etwas bei der SBB Platz habe. Sie wollte schon immer wissen, wie es sei, als Erfinderin zu arbeiten und dabei verrückte Ideen zu entwickeln. «In der Realität war das aber gar nicht so einfach und ich musste feststellen, dass gerade die verrücktesten Ideen verrückt viele Leute auf den Plan riefen», so Leonie. Das wurde ihr während der Umsetzung ihrer Idee – einer Relax-Zone im Zug – bewusst. Zwar sei es ein guter Einfall gewesen, aber die Realisierung gestaltete sich sehr schwierig, resümiert sie. Man könne eben nicht einfach ein Sofa in einen Eisenbahnwagen stellen, um zu testen, wie ein neues Reiseerlebnis bei den Kundinnen und Kunden ankomme. Da seien auf einen Schlag unglaublich viele Leute involviert gewesen, die technische Einwände vorgebracht und ihre Begeisterung deshalb nicht im gleichen Ausmass geteilt hätten. «Da merkt man erst, wie gross die SBB ist und wie komplex der Bahnverkehr», erzählt Leonie. Mit viel Offenheit und der nötigen Überzeugungsarbeit gelang es Leonie aber, das Projekt weiterzuentwickeln und zu konkretisieren, bis sich etwas Umsetzbares heraus kristallisierte. Das Schicksal des kreativen Lounge-Wagons sei nun übrigens in den Händen ihres Nachfolgers, und sie sei gespannt, was aus ihrer ursprünglichen Planung werde. Ein anderes cooles Projekt, das in ihrer Abteilung realisiert wurde, sind die Virus Rail Sessions: Konzerte auf Schienen, die vor allem beim jungen Publikum sehr gut ankommen.

«Ich tausche mich regelmässig mit meinem Mentor aus.»

Leonie erzählt weiter, dass sie in ihrer ersten Praktikumswoche eine Trainee kennen gelernt habe. Dieses Gespräch mit ihr habe sie dazu bewogen, sich für das Trainee-Programm bei der SBB zu bewerben. Und Leonie erhielt die Chance, das Unternehmen besser kennen zu lernen und herauszufinden, in welchem Fachgebiet sie zukünftig arbeiten möchte. Der Bewerbungsprozess sei sehr rasch verlaufen. Nach einem ersten Gespräch mit der HR-Beraterin wurde sie zu einem Assessment-Tag und anschliessend zu einem zweiten Gespräch mit den Verantwortlichen ihrer ersten Förderstelle eingeladen.

So startete Leonie im September offiziell als Trainee in der Abteilung Personalmarketing. Während den 18 Monaten, in denen sie in vier verschiedenen Unternehmensbereichen und voraussichtlich auch im Ausland arbeiten wird, wird sie von einem Mentor begleitet. Die Mentorinnen und Mentoren gehören üblicherweise dem oberen Kader der SBB an und stehen den Trainees regelmässig zum Austausch zur Verfügung. So werde sie bald schon die weitere Planung ihres Programmes mit ihrem Mentor besprechen. «Ich bestimme, in welchen Förderstellen ich im Laufe meines Programms arbeite, muss mich aber auch zwischen einer grossen Auswahl entscheiden und die Stelle selber organisieren», erklärt Leonie.

«Ich bin keine Frühaufsteherin.»

Vorerst kümmert sich Leonie beim Personalmarketing aber um Job-Videos und Webseiten, die zur Bewerbung der zahlreichen Berufsbilder eingesetzt werden. Sie könne sehr frei und selbständig arbeiten, erhalte aber jederzeit Unterstützung, wenn sie diese benötige. Überhaupt sei die Stimmung im Team sehr gut und die Regeln locker. Das komme ihr sehr entgegen. Sie treffe meistens als Letzte des Teams im Büro ein. «Ich bin halt keine Frühaufsteherin», schmunzelt Leonie. Von Altmännerverein-Stimmung, wie es ihre Freunde prophezeit hätten, habe sie nichts gespürt. Und auch mit dem Klischee, dass bei der SBB nur Bahn-Fans und Ökos mit Bart arbeiten würden, hat Leonie bei ihren Freuden aufgeräumt!

 

Leonie Lendenmann, 28, hat an der Universität Luzern im Bachelor Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften studiert und einen Master in Weltgesellschaft und Weltpolitik abgeschlossen. Nach ihrem Studium hat sie sich Zeit gelassen, die richtige Stelle zu finden. Während einem halben Jahr hat sie deshalb als Empfangsdame gejobbt, viel Zeit in ihre Leidenschaft Ultimate Frisbee investiert (Anmerkung der Redaktion: Ja, das ist ein Sport und nein, das hat weder mit Körben noch mit Hunden etwas zu tun) und sich Gedanken über ihre Zukunft gemacht – bis sie schliesslich im Januar 2014 bei der SBB gelandet ist. Wir werden Leonie während ihres Trainee-Programms weiter begleiten und regelmässig über sie berichten.

9 Fragen zum Berufseinstieg bei der SBB.

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In den letzten Wochen hat die SBB an mehreren Universitäten die Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolvierende vorgestellt. Die Lunchtalks wurden von Studentcareer organisiert. «Das Interesse an den Veranstaltungen war gross, was uns natürlich sehr freut. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind», erklärt Sandra Roth, Leiterin des Kompetenzcenters Personalmarketing bei der SBB.

Nach der Präsentation und einer Talkrunde findet jeweils ein Lunch statt, an welchem die Studierenden in einem informellen Rahmen mit den Vertreterinnen und Vertretern der jeweiligen Unternehmung diskutieren und offene Fragen klären können. Und Fragen gab es viele, wie Sandra Roth sagt. «Die Studierenden wollen in erster Linie ihre eigenen Einstiegschancen klären. Dennoch gibt es einige Fragen, die immer wieder gestellt werden», meint sie.

 

Häufige Fragen zum Einstieg bei der SBB – und die Antworten.

1. Wie soll ich mich am besten für den Einstieg bei der SBB bewerben?
Für gewisse Einstiegsprogramme gibt es Bewerbungsfenster. Das sind von der SBB festgelegte Zeiträume, in denen du dich bewerben kannst. Daher empfehlen wir dir, die SBB Job-Seite regelmässig zu prüfen oder – noch besser – den Job-Newsletter zu abonnieren.

2. Was ist wichtiger für den Einstieg bei der SBB ‒ Noten oder Arbeitserfahrung?
Für die SBB ist – neben den stellenspezifischen fachlichen Anforderungen – vor allem wichtig, dass eine Person zur SBB Kultur passt und sich mit den SBB Werten identifizieren kann. Gerade bei Einstiegsstellen wie dem Trainee-Programm oder auch bei Direkteinstiegen reichern erste Arbeitserfahrung, Praktika, Auslandsaufenthalte oder zum Beispiel auch ehrenamtliche Aktivitäten den Lebenslauf eines Bewerbenden an.

3. Ist es möglich, mit einem 80% Pensum bei der SBB Karriere zu machen?
Grundsätzlich ja! Die SBB bietet verschiedene Teilzeit- und Jobsharing-Modelle an. Denn Teilzeitarbeit und Jobsharing sind interessante Optionen, um die Arbeit besser an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Es ist dabei wichtig zu prüfen, ob eine Funktion für Teilzeitarbeit geeignet ist und ob Teilzeitarbeit zur persönlichen Situation passt. Die vorgesetzte Person entscheidet letztlich, ob Teilzeit in einer Funktion möglich ist. 

SBB am Lunchtalk4. Kann ich das Hochschulpraktikum während eines Semesterunterbruchs in einem Vollzeitpensum absolvieren?
Ein Hochschulpraktikum kann jederzeit gestartet werden. Die Dauer des Praktikums beträgt mindestens drei bis maximal zwölf Monate, wobei die Arbeitszeit pro Jahr maximal sechs Monate 100% betragen darf. Demnach ist es möglich, ein Praktikum während Semesterunterbrüchen in einem Vollzeitpensum zu absolvieren. Es kommt jedoch auf die Stelle an. Die SBB bietet allerdings während Semesterferien nicht zusätzliche Praktika an. Auch hier empfiehlt es sich, regelmässig die offenen Stellen zu prüfen oder den Newsletter zu abonnieren.

5. Nimmt die SBB Spontanbewerbungen entgegen?
Interessierte können auf dem SBB Karriereportal ihre Daten hinterlegen. Darauf können alle SBB HR-Beratende zugreifen. Direkter ist jedoch der Weg über konkrete Stellenausschreibungen. Diese sind zahlreich auf der Website.

6. Werden Uni- oder Fachhochschulabsolvierende bevorzugt?
Grundsätzlich unterscheidet die SBB nicht zwischen Uni- und Fachhochschulabsolvierenden. Je nach Anforderungen der konkreten Stelle können jedoch Uni- oder Fachhochschulabsolvierende besser geeignet sein. 

7. Wie wichtig sind Französisch-Kenntnisse fürs Trainee-Programm?
Die SBB ist ein Schweizer Unternehmen, das im ganzen Land tätig ist. Deshalb sind Französisch-Kenntnisse wichtig. Nicht jeder braucht Französisch gleich intensiv in seinem Arbeitsalltag, aber an den zahlreichen Trainee-Workshops gilt: Chacun parle sa langue!

8. Was passiert beim Assessment, das während des Bewerbungsprozesses fürs Trainee-Programm absolviert werden muss?
Das Assessment dauert in der Regel einen Tag. An diesem Tag werden die Bewerbenden bei verschiedenen Aufgaben wie beispielsweise Gruppendiskussionen, Interviews oder Präsentationen beobachtet.

9. Was sind die Aufgaben eines Trainees?
Trainees arbeiten jeweils 80% für eine Förderstelle und 20% direkt für das Trainee-Programm. Die Trainees organisieren sich ihre Förderstellen selber, bestimmen daher mit, welche Abteilungen und Aufgaben sie näher kennen lernen. Sie können so als Verantwortliche Projekte von A bis Z durchführen oder an einem Grossprojekt mitarbeiten. Von den Trainees wird in jedem Fall erwartet, dass sie Verantwortung übernehmen und sich einbringen. Die 20% für das Trainee-Programm setzen sich aus der Organisation, Teilnahme und Mitarbeit an Workshops zusammen.

Weitere Informationen zum Berufseinstieg bei der SBB findest du auch auf unserer Website.

Am Zukunftstag zu Besuch bei der SBB.

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Vor einer Woche war es wieder soweit – rund 1 000 Kinder und Jugendliche haben ihre Mütter und Väter, Gotten und Göttis, Grosseltern, Tanten und Onkel begleitet und ihnen während der Arbeit über die Schultern geschaut. Auch die SBB öffnete am letzten Donnerstag ihre Bahnhöfe, Werkstätten, Betriebszentralen, Logistik- sowie Schulungsbetriebe und liess Kinder und Jugendliche selber Hand anlegen.

Wie die Grossen – am Zukunftstag im SBB Businesspoint!

Ich begleitete an diesem Tag eine Gruppe Jugendlicher im Bahnhof Bern. Nach der Begrüssung versammelten wir uns in den Räumlichkeiten des neuen SBB Businesspoints. Das sind Arbeitsräume, die zum Arbeiten und für Sitzungen gebucht werden können. Wir wurden bereits erwartet. Die Mädchen und Jungen sahen etwas verloren aus auf den voluminösen Lederstühlen, aber sie schienen sich alle wohl zu fühlen. Zwei Lernende stellten ihre Berufsbilder «Kaufleute Reisebüro» sowie «Kauffrau/Kaufmann EFZ öffentlicher Verkehr» vor und erklärten den aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern, weshalb sie bei der SBB ihre Lehre absolvieren.

Gut beraten – Chiara am Zukunftstag im SBB Reisebüro

Danach besuchten wir das SBB Reisebüro und die grosse Halle mit den Billettschaltern. Als die Jugendlichen selber hinter den Schaltern sitzen und mit Unterstützung echte Billette verkaufen durften, liess die Schüchternheit langsam nach. Ich liess mich beraten und buchte bei Chiara schliesslich eine Reise nach Amsterdam, mit Zug, Hotel und Museumsticket. Dabei wurden sie von Fabio, Lernender im 3. Lehrjahr als Kaufmann Reisebüro, unterstützt. Es machte ihnen allen offensichtlich Spass!

So freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn wir am 12. November 2015 wieder Mädchen und Jungs zum Seitenwechsel bei der SBB begrüssen dürfen!

 

Am Nationalen Zukunftstag öffnen hunderte von Betrieben, Organisationen, Fach- und Hochschulen in der ganzen Schweiz ihre Türen. Mädchen und Jungen der 5. bis 7. Klasse sind eingeladen, Bezugspersonen an die Arbeit zu begleiten oder an spannenden Spezialprojekten teilzunehmen.

«Ich würde gerne die Extrameile gehen».

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Andrea Gamper, Mitarbeiterin im Personalmarketing, war kürzlich mit zwei Reisezugbegleitern unterwegs. Beeindruckt von deren täglichen Leistung, schildert sie mir bei einem Kaffee ihre Erlebnisse.

Andrea, du arbeitest als Fachspezialistin in der Abteilung Personalmarketing. Kürzlich warst du mit zwei Reisezugbegleitern unterwegs, also mit den SBB Mitarbeitenden, denen wir als Passagiere vor allem bei der Billett-Kontrolle begegnen. Wie ist es dazu gekommen?
Ich wollte mein Bahnwissen erweitern und einmal ganz nahe bei den Kunden sein. Zudem bin ich als Mitarbeiterin des Kompetenzcenters Personalmarketing in meinem Arbeitsalltag nicht unmittelbar mit den Anliegen unserer Mitarbeitenden an der Front konfrontiert. Trotzdem ist es für mich sehr wichtig, diesen Bezug zu fördern und die Herausforderungen der Mitarbeitenden im Personenverkehr zu kennen. Nur so können wir auch geeignete Unterstützung bieten. Ich wollte viel Bahn und viele Kunden sehen, da schien mir die Funktion des Reisezugbegleiters ideal.

Andrea Gamper unterwegs als Reisezugbegleiterin

Andrea Gamper

Du warst an einem Samstagabend von 18 Uhr bis Betriebsschluss um 2.30 Uhr morgens zwischen Bern, Zürich und Basel unterwegs. Weshalb hast du dir gerade diese Schicht ausgesucht?
Ich wollte keine einfache Tour mitmachen, um danach nicht ein verklärtes, ja gar romantisches Bild des Berufes zu haben. Mir war es wichtig, die Realität zu sehen. Ich suchte die Herausforderung und intensive Erlebnisse. So war mir klar, dass ich bei einer Spätschicht mitfahren möchte, und wenn möglich an einem Freitag- oder Samstagabend, weil aufgrund des hohen Passagieraufkommens die Bedingungen sicherlich nochmals anspruchsvoller sind.

Und hat sich deine Annahme bewahrheitet?
Ja, durch und durch. Ich habe viel Interessantes erlebt, auch eine etwas brenzlige Situation, die aber glimpflich ausgegangen ist. So etwas kommt vor, das war kein Einzelfall. Aber das Zugpersonal wird gut auf solche Vorfälle vorbereitet und weiss damit umzugehen. Schön ist das aber natürlich nicht.

Was ist bei diesem Zwischenfall passiert?
Wir haben alle Toiletten im Zug kontrolliert. In einer hatte sich ein Passagier versteckt, der kein gültiges Billett hatte. Als ihm der Zugbegleiter den Bescheid über das Bussgeld zeigte, wurde er ausfällig und fasste den Reisezugbegleiter an. Das ist natürlich nicht erlaubt. Er hörte damit auch nicht auf, als ihn der Zugbegleiter mehrfach deutlich aufgefordert hatte. Daraufhin schritten zwei Jugendliche ein und konnten den Reisenden beruhigen.

Hattest du keine Angst?
Angst nicht, Respekt ja. Ich wurde ja nicht direkt bedroht. Aber natürlich schreckt man da im ersten Moment zurück. Ich hielt mich im Hintergrund und war dann auch froh, dass die jungen Männer eingriffen, die übrigens einen Gutschein als Dankeschön erhielten.

Welche Eindrücke nimmst du sonst noch von diesem Abend mit?
Der Beruf als Reisezugbegleiter/in ist extrem spannend. Man kommt mit unglaublich vielen Menschen in Kontakt. Die Zugbegleiterin ist Gastgeberin in ihrem Zug. Das Zugpersonal prägt das Image der SBB massgeblich mit und erhält immer eine direkte Rückmeldung. Als wir auf der Route von Bern nach Zürich über Burgdorf, Herzogenbuchsee und Langenthal fuhren, und nicht wie üblich über die Neubaustrecke, entstand dadurch eine Verspätung. Die Reisezugbegleiter mussten das immer wieder erklären. Das braucht starke Nerven und eine gehörige Portion Geduld, weil die Passagiere halt meistens nicht wissen, wie komplex der ganze Bahnverkehr ist. Die Zugbegleiterin ist in einer solchen Situation einfach «die SBB» für die Reisenden. Sie ist in den Augen der Kunden oft dafür mitverantwortlich, dass der Zug verspätet ist und Anschlüsse nicht erreicht werden. Das ist sicherlich eine der Herausforderungen.

Hast du dich speziell auf deinen Einsatz vorbereitet?
Ich habe von einem Einsatz an einer grossen Bahnmesse eine Uniform zuhause. Mitarbeitende, die eine Uniform besitzen, werden aufgefordert, diese bei solchen Einsätzen zu tragen. Ich hatte mich richtig gefreut und war ganz stolz, mit der Uniform aufzutreten. Gerne hätte ich gleich mitgemacht beim Kontrollieren und Auskunft erteilen. Aber das konnte ich natürlich nicht. Ich habe aber Feuer gefangen.

Was heisst das?
Ich könnte mir gut vorstellen, diesen Beruf in einem Teilzeitpensum auszuüben, um näher am Puls zu sein. Diese Extrameile für die Kundinnen und Kunden zu gehen, um das Ziel, bei der Kundenzufriedenheit zu den führenden Unternehmen in der Schweiz zu gehören, zu erreichen.

Liebe Andrea, vielen Dank für diesen spannenden Einblick, und wer weiss, vielleicht begegnen wir uns ja einmal im Zug.

Mehr Informationen über die Zweitausbildung als Reisezugbegleiter/in National erhalten Sie auf unserer Website.

 

Andrea Gamper, 34, hat ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung mit Berufsmaturität absolviert und sich nach Abstechern in verschiedene Branchen und Berufen im Bereich Human Resources spezialisiert. Sie arbeitet seit Dezember 2011 bei der SBB, wo sie zuerst in der klassischen HR-Beratung (Rekrutierung, Sparringpartnerin von Führungskräften) tätig war. Seit Oktober 2013 ist sie als Fachspezialistin Personalmarketing für die Optimierung von Produkten und Prozessen für die HR-Beratenden zuständig.

4 Wege zu einem Jobinterview.

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Trotz der Beliebtheit von Social Media haben viele Arbeitssuchende noch nicht erkannt, wie wichtig es ist Twitter, XING und Linkedin während der Jobsuche einzusetzen. Social Media kann die Tür zu Kontakten öffnen, die Sie im Berufsalltag nicht knüpfen können. Besonders, wenn die Jobsuche ins Ausland führt.

Wenn Sie aber trotz Einsatz von Social Media noch zu keinem Jobinterview eingeladen wurden, helfen Ihnen möglicherweise folgende Tipps:

1. Suchen Sie Personen, die Sie kennen und empfehlen können.
Wenn Sie Networking-Plattformen wie XING, Linkedin und Twitter nach potenziellen Kontakten durchsuchen, konzentrieren Sie sich auf Personen, die Sie für Jobs empfehlen und Ihnen die Tür zu einem Vorstellungsgespräch öffnen können. Das sind beispielsweise Studien- und Ausbildungskolleginnen, aber auch ehemalige Arbeitskollegen.

2. Verbinden Sie sicMit Networking zum Jobinterview.h mit Fachleuten.
Soziale Netzwerke sind eine gute Möglichkeit, sich mit Fachleuten zu verbinden. Wenn Sie Branchenexpertinnen kontaktieren, senden Sie eine Nachricht, in welcher Sie sich kurz vorstellen und begründen, weshalb Sie sich mit der Person verbinden möchten. Wichtig ist, dass Sie sich mit Ihrer Mitteilung von der Masse abheben. Damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Anfrage akzeptiert und Sie in Erinnerung bleiben.

3. Bauen Sie Beziehungen zu Personalvermittlern auf.
Personalvermittlerinnen und Headhunter sind sehr präsent auf Social Media. Von Twitter über XING und Linkedin nutzen sie soziale Netzwerke, um Talente aufzuspüren.Viele Personalvermittler veröffentlichen regelmässig Stellenangebote auf den einzelnen Plattformen. Obwohl Headhunter Stellen ausschreiben, entscheiden sie schlussendlich nicht über die Anstellung bei der Unternehmung. Nützen Sie daher gute Beziehungen zu Personalvermittlern, um mit den relevanten Personen innerhalb der Unternehmung in Kontakt zu treten.Wenn Sie Headhuntern eine Kontaktanfrage senden, stellen Sie einige durchdachte Fragen. Bitten Sie die Personalvermittlerin, Ihnen über die Positionen und Funktionen, die sie in der Regel besetzen, Auskunft zu erteilen oder stellen Sie Fragen zur Unternehmenskultur bestimmter Unternehmungen. Interessant sind auch Fragen zum Einstellungsprozess und wie lange diese für gewöhnlich dauern.

4. Erstellen Sie eine Liste der Unternehmen, für die Sie arbeiten möchten.
Der beste Weg, einen Job über Social Media zu bekommen ist es, Unternehmen, für die Sie arbeiten möchten, auf XING, Linkedin oder Twitter zu folgen und regelmässig mit ihnen über Social Media zu interagieren. Nachdem Sie eine Liste mit potenziellen Arbeitgebern erstellt haben, setzen Sie sich mit deren Inhalten auf den einzelnen Plattformen auseinander. Stellen Sie Fragen über die Unternehmung und teilen Sie deren Inhalt. Damit zeigen Sie Ihr Interesse an der Unternehmung. Vernetzen Sie sich mit Mitarbeitenden und versuchen Sie mit diesen in den Dialog zu treten, um mehr über die Unternehmenskultur und die einzelnen Funktionen zu erfahren. Achten Sie dabei darauf, dass Ihre Kommunikation nicht zu plump wirkt. Sagen Sie beispielsweise nicht: «Ich liebe Ihr Unternehmen! Suchen Sie Mitarbeitende?». Stattdessen sprechen Sie besser über die Unternehmenstätigkeit und über besondere Engagements der Unternehmung. So bekunden Sie auf ehrliche Weise Ihr Interesse an der Unternehmung und ihrem Tun.

Der Schlüssel zum Erfolg mit Social Media ist, Fragen zu stellen und mit den richtigen Personen in Kontakt zu treten sowie zu interagieren. Probieren Sie es aus! Sie werden erstaunt sein, wie einfach es ist.

Welches sind Ihre Erfahrungen? Erzählen Sie uns Ihre Erfolgsstory.

 

 

Angelehnt an «4 Unusual Ways to Land a Job» von Heather R. Huhman, personalbrandingblog.com, erschienen am 9. Dezember 2014

Vom «scharfe Egge», Avicii und Bono – unterwegs mit der Transportpolizei.

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Kürzlich tauschten meine Arbeitskollegin Alia und ich für einen Tag das Büro gegen den Zürcher Hauptbahnhof und die umliegenden Stadtbahnhöfe. Während acht Stunden begleiteten wir die Transportpolizisten Mario und Cyrill bei ihrem Dienst.

Hallo erstmal.

Es ist kurz vor halb drei am Nachmittag und wir stehen wir vor dem Stützpunkt der Transportpolizei. Es ist einer der letzten warmen Oktober-Tage.

14:27. Wir können nicht mehr warten und klingeln beim Polizeiposten. Noch ein letztes Mal tief durchatmen und schon öffnet uns Gruppenchef Mario die Türe. Nach einer kurzen Begrüssungsrunde klärt uns Mario über unseren heutigen Einsatz auf und sagt uns klar, dass wir in unangenehme oder sogar gefährliche Situationen geraten könnten. Wir sollen in solchen Momenten selbst entscheiden, ob wir uns abwenden wollen.

Unterwegs ohne gültiges Billett.

Aviciis Song «Level» in voller Lautstärke reisst uns aus unseren ernsten Gedanken. Es ist Marios Diensthandy. Für einen ersten Einsatz verlassen wir den Stützpunkt in Richtung Gleis 43/44. Zwei weitere Transportpolizisten begleiten uns. Mario erklärt uns, dass eine Person ohne Fahrausweis unterwegs sei, die ihre Adresse nicht bekanntgeben wolle.

Die S-Bahn ist bereits eingefahren und die Passagiere ausgestiegen. Etwas weiter hinten erwarten uns vier Zugbegleiter und eine verwirrte Reisende. Unsere zwei Begleiter nehmen sich der Sache an, denn eine Zugbegleiterin einer anderen S-Bahn bittet Mario um Hilfe. Ein junger Herr war ebenfalls ohne Ticket unterwegs und gibt seine Adresse nicht bekannt. Mario zückt sein iPhone und bittet seinen Kollegen Cyrill um Verstärkung. Mario ruft die Zentrale an und fragt, ob der Herr bereits bekannt ist. Da der Reisende nicht in der Schweiz wohnhaft ist und sich weigert seine Adresse anzugeben, muss er mit auf den Posten.

Mario und Cyrill nehmen ihn in die Mitte und gehen los. Der junge Mann hat seine Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Cyrill bittet ihn, die Hände aus den Taschen zu nehmen. Als er sich weigert wird Cyrill etwas bestimmter und sogleich nimmt der Mann seine Hände aus der Tasche. Wir eilen den drei hinterher. Wir betreten den grossen dunklen Lift und fahren einige unheimliche Sekunden. Danach steigen wir in einem Zwischengeschoss aus und Cyrill und Mario führen uns durch das unterirdische Labyrinth des Bahnhofs Zürich. Mario durchsucht den jungen Mann im Verhörzimmer des Polizeipostens und Cyrill sitzt am Schreibtisch und kontrolliert seine Reisedokumente.

Nach einigem Hin und Her rückt der junge Mann dann doch noch seine Adresse raus. Er wohnt bei seiner Mutter. Da es ihm anscheinend peinlich ist, dass er einen Brief mit der Rechnung für sein Fehlverhalten bekommen wird, fragt er, ob er die Busse nicht am Montag bezahlen könne. Kann er nicht. Er muss gleich bezahlen. Cyrill sitzt mit uns im Nebenraum und verwirft die Hände. Die ganze Arbeit umsonst. Ah nein, doch nicht, der Herr entscheidet sich wieder um und will sich die Rechnung nun doch nach Hause schicken lassen und verlässt danach den Verhörraum. Cyrill empfiehlt ihm, das nächste Mal doch ein Ticket zu lösen. Wir nutzen die Chance und fragen Mario, ob es schon mal eine brenzlige Situation gegeben habe. Er erzählt: «In den sieben Jahren an der Front gab es schon ein paar kritische Situationen. Bei einer Festnahme bin ich mit viel Schwung kopfüber die Treppe hinunter gestürzt und brach mir dabei zwei Finger. Dann gab es da noch einen Einsatz als ich eine Meldung bezüglich einer Schlägerei erhielt und dann mit gerade mal 4 Mann von ca. 200 vermummten Fussballfans empfangen wurde. Diese hatten jedoch glücklicherweise andere Interessen.»

Wir atmen kurz tief durch, da kommen schon die beiden anderen Kollegen der Transportpolizei zur Tür rein. Die verwirrte Frau sei nicht zum ersten Mal ohne gültiges Billett unterwegs gewesen. Für weitere Informationen bleibt keine Zeit.

Der «scharfe Egge»

15:35. Mario nimmt uns mit zum «scharfe Egge», da wir uns dort mit Cyrill treffen wollen. Er habe den Autoschlüssel. Wir laufen bei den Kurzzeit-Parkplätzen durch. Ein schwarzes Auto steht auf dem Behindertenparkplatz. Mario bittet den Autofahrer, seinen Wagen an einem anderen Ort abzustellen. Der «scharfe Egge» ist an der Spitze des Hauptbahnhofes, in der Nähe des Kurzparkings. Auf dem Weg dorthin wird Mario von einer Passantin nach dem Paradeplatz gefragt. Er sagt ihr, sie soll ihm folgen, da er ihr so besser den Weg zum Paradeplatz zeigen könne. Der Transportpolizist beweist sich auch als kompetenter Fremdenführer.

Da Cyrill noch nicht aufgetaucht ist, drehen wir eine kurze Runde um den Bahnhof. Auf unserer Tour fragen wir Mario, warum er Polizist werden wollte: „Es war schon immer mein Traum als Polizist zu arbeiten. Die Aufgaben und die Arbeit der Transportpolizei interessieren mich sehr. Es ist ein sehr abwechslungsreicher und spannender Beruf. Wir erleben jeden Tag etwas Neues und lernen viel dazu. Ein anderer Grund ist die Arbeit und der Kontakt mit Menschen aus verschiedenen Ländern, mit all den verschiedenen Kulturen, Religionen und Sprachen. Zudem habe ich bei der Transportpolizei die Möglichkeit in der ganzen Schweiz Einsätze zu absolvieren“.

Wir steuern das Perron 18 an. «Dort hinter dem Lift werden manchmal Drogen konsumiert», erzählt Mario weiter.

Beni und Bono.

Wir nähern uns dem Lift, doch dort ist niemand. Zurück beim «scharfen Egge» ist Cyrill immer noch nicht da. Dafür wartet jetzt vor dem Polizeiauto Beni mit seinem Hund Bono. Beni trägt keine Polizeiuniform, da er heute «in zivil» unterwegs ist. Nach unserer Begrüssung bringt Beni seinen Polizeihund runter auf den Posten, dort wird er in einem Hundezwinger untergebracht. Für Bono sei es zu den Hauptverkehrszeiten im Bahnhof zu stressig. Die Transportpolizei arbeitet eng mit der Stadtpolizei zusammen. Vor allem bei besonderen Anlässen, wie bei einem Fussballspiel, ist die gegenseitige Unterstützung wichtig.

Wartsaal-Räumung.

Beni kommt ohne Bono zurück. Wir steigen zu fünft in das Polizeiauto ein und fahren los. Unser Ziel ist der Stadtbahnhof Stadelhofen. Mario hat vor, dort einen Wartesaal zu räumen, in dem Randständige Unterschlupf finden. Ein paar Lichtsignale und viel Verkehr später parkieren wir vor dem Bahnhof. Beni steigt zuerst aus und dreht in zivil eine Runde im Park oberhalb des Bahnhofs. Wir gehen mit Cyril und Mario direkt in den Wartsaal. Doch heute ist das Wetter so schön, dass sich niemand darin aufhält.

So verlassen wir den Wartsaal auf der anderen Seite des Bahnhofs. Auf dem Boden sitzt ein Mann mit einem Bier in der Hand. Mario und Cyrill kontrollieren ihn. Der Mann fragt, ob er denn so kriminell aussehe und erzählt uns, dass seine letzten Straftaten 30 Jahre zurück lägen. Er sei mal ohne Ausweis Auto gefahren… Weiter geht’s zu Fuss um den Bahnhof. Oben auf der Brücke fällt Mario auf, dass ein «alter Bekannter» im Bahnhof sein Unwesen treibt. Sofort begeben wir uns wieder auf Bahnhofsebene und suchen ihn. Leider finden wir ihn nicht mehr.

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Beim Auto treffen wir wieder auf Beni. Auch ihm ist nichts aufgefallen. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr beschliessen die Polizisten trotz des dichten Feierabendverkehrs beim Bahnhof Stettbach vorbeizufahren.

Fotoshooting in Stettbach.

17:00. Wir steigen beim Bahnhof Stettbach aus dem Auto. Beni dreht erneut seine Runde in zivil. Der Rest des Teams ist durstig und holt sich darum etwas Flüssiges. Beni ist noch immer auf seiner Tour rund um den Bahnhof. Wir steigen ins Auto und fahren entlang der Gleise um abzuklären, ob sich dort jemand aufhält. Negativ. Also fahren wir zurück zum Bahnhof. Noch scheint die Sonne und wir schiessen ein paar Fotos von Cyrill und Mario. Beni will nicht aufs Bild. Da er meist in zivil unterwegs ist, will er nicht erkannt werden. Wir kommen uns kurzzeitig wie Touristen vor, denn wir bemerken die fragenden Blicke der Passanten. Unsere Bilder sind im Kasten und weiter geht es. Mittlerweile hat uns der Polizeialltag richtig gepackt.

Gruppenbild

Kontrolle in der S-Bahn.

17:30. «Jetzt geht es nach Oerlikon», erklärt uns Mario, während wir uns ins Auto setzen. Um halb 6 ist dort der Teufel los, Rushhour. Alle wollen nach Hause oder ins wohlverdiente Feierabendbier. Wir kontrollieren kurz die WC und den Wartesaal. Doch auch hier ist alles in Ordnung. Cyrill schnappt sich das Auto und fährt zurück zum Polizeiposten. Gemeinsam mit Mario und Beni nehmen wir die S-Bahn zurück zum HB. Wir folgen Mario durch den Zug. Es ist nicht ganz einfach das Gleichgewicht zu halten. Fünf Minuten später stehen wir im neuen Bahnhof Löwenstrasse. Was steht als nächstes auf dem Plan? Abendessen.

Auf dem Polizeiposten sitzt Beni schon gemütlich am Tisch und isst seine selbstgemachte Pizza. Wir setzen uns dazu. Die anderen Polizisten sind ebenfalls beim Abendessen. Gegessen wird, was der Bahnhof so hergibt.

Der zivile Polizist.

18:45. Gestärkt verlassen wir den Polizeiposten und drehen erneut eine Runde durch den ganzen Hauptbahnhof. Dieses Mal begleiten wir Beni. Wir sind die perfekte Tarnung für ihn. Erneut besuchen wir den Lift beim Gleis 18. Negativ. Am Treffpunkt sehen wir Cyrill und Mario wieder. Uns fällt auf, dass die Polizisten häufig von Passanten angesprochen und um Wegbeschreibungen oder Informationen zum Bahnhof gebeten werden.

18:56. Bei der hinteren Bahnhofsunterführung halten unsere beiden Polizisten zwei junge Männer an und kontrollieren deren Ausweise. Wieder werden die Personalien mit der Zentrale abgeglichen. Die beiden sind unbescholten und bekommen ihre Ausweise zurück. Wir fragen, warum genau diese zwei Männer kontrolliert wurden. Mario erklärt uns, dass sie dem Schema des typischen Taschendiebes entsprächen und darum kontrolliert wurden.

Das Trainingscenter der Transportpolizei.

19:34. Cyrill fährt uns wieder zum Bahnhof Stadelhofen und parkiert etwas oberhalb, direkt vor dem Trainingscenter. Wir treten ein und Cyrill erklärt uns die verschiedenen Munitionstypen. Im Trainingsraum fordert uns Mario zum Kampf auf. Als wir ihn mit dem Plastikschlagstock zu schlagen versuchen, zeigt er uns, wie er sich verteidigt.

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Nichts los in Altstetten.

20:56. Weiter geht’s zum nächsten Stadtbahnhof. Cyrill fährt uns nach Altstetten. Hier waren wir heute noch nicht.

Nach einer kurzen Runde durch den Bahnhof setzen wir uns wieder ins Auto. Mario will uns noch etwas zeigen, bevor wir unseren Einsatz beenden. Doch die Zentrale meldet erneut jemanden mit ungültigem Billett, der seine Adresse nicht rausrücken möchte.

Die Frau ohne Hosen.

21:15. Wir stellen das Auto beim «scharfen Eggen» ab und machen uns auf den Weg zum Gleis 9. Bei der ersten Bank auf dem Perron sitzt eine Frau. Sie hat die Hosen unten und verrichtet dort gerade ihr Geschäft. Zum Glück sind zwei weitere Kollegen gleich zur Stelle und nehmen sich der Frau an.

Der Mann mit dem gültigen Ticket.

21:23. Der Zug fährt auf Gleis 9 ein. Mario rennt los. Cyrill, Beni, Bono (der Polizeihund) und wir laufen hinterher. Der Mann steigt aus. Er ist aufgeregt. Er habe Krebs und sei eben in Davos zur Untersuchung gewesen. Er sei selbst Arzt. Mario kontrolliert den Ausweis und das Billett und kann keine Fehler feststellen. Der Ausweis gehört dem Mann und das Billett sei auch gültig. Mario und Cyrill entschuldigen sich beim dem Mann für die Unannehmlichkeit und empfehlen ihm, er solle beim Inkassocenter der SBB anrufen und erzählen, was passiert sei.

Wir laufen zurück zum Polizeiposten. Mario fragt uns unterwegs, ob wir noch ein Foto von ihm und Cyrill machen können. Es sei heute ihr letzter gemeinsamer Dienst gewesen. Cyrill wechsle Ende Monat zur Gemeindepolizei.

lachen

Zurück auf dem Posten holt Mario eine kleine Überraschung für Cyrill aus seinem Büro. Stolz überreicht er ihm eine Collage mit Cyrills besten Momenten bei der Transportpolizei. «Knips», und auch dieser Moment ist für die Ewigkeit festgehalten.

21:40. Unser Dienst ist zu Ende. Wir bedanken und verabschieden uns von allen. Beni und Bono kommen mit uns auf den Zug und begleiten uns noch bis nach Olten.

Du interessierst dich für den Polizeiberuf? Schau dir die Doku über die Polizeischule Hitzkirch an.

Mario absolviert nach der Schule eine 3-Jährige Lehre als Sanitär-Monteur. Leistete anschliessend seinen Militärdienst und arbeitete noch zwei Jahre auf dem erlernten Beruf. Im Jahr 2007 absolvierte er die Interkantonale Polizeischule in Hitzkirch und arbeitet nun seit gut 7 Jahren bei der Transportpolizei.

 

Nach seiner dreijährigen Lehre als Automechaniker absolvierte Cyrill seinen Militärdienst. Anschliessend machte er einen Abstecher zu den Securitas und in die Jugendarbeit bevor er dann zur Polizei wechselte. Mittlerweile arbeitet Cyrill bei der Gemeindepolizei in Regensdorf.

 

Die Vielfalt der verschiedenen Berufe bei der SBB könnte grösser nicht sein: Ob Gleisbauerin, Transportpolizist, Lokführerin oder Zugverkehrsleiter – wir begleiten Mitarbeitende der SBB und wagen somit einen Blick hinter die Kulissen. Deine Wünsche und Anregungen zu den SBB Berufen kannst du uns gerne an socialmedia-p@sbb.ch senden.

Als Hochschulpraktikantin an den Engineering-Days.

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Die SBB war am ersten Dezember-Wochenende zum vierten Mal an den Engineering-Days vertreten und hat 12 Studierenden aus verschiedenen Ingenieur-Fachrichtungen einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Nadine Schenker, Hochschulpraktikantin bei SBB Personalmarketing, hat den Auftritt der SBB an den Engineering-Days mitorganisiert und selber am zweitägigen Event teilgenommen.

Engineering-Days: Noch wissen die Studierenden nicht, was sie erwartet…

Nadine, was sind die Engineering-Days?
Die Engineering-Days sind ein von der together ag organisierter Rekrutierungsanlass für Arbeitgeber aus der Industrie. Sie ermöglichen Unternehmen und Studierenden sich an einem zweitägigen Event gegenseitig kennenzulernen. Die Studierenden bewerben sich für den Event und werden von den acht teilnehmenden Unternehmen ausgesucht. Der Anlass ist also eine ziemlich exklusive Angelegenheit.

Wie sieht das Programm aus?
Am ersten Tag erhalten die Studierenden einen intensiven Einblick in das ausgewählte Unternehmen. Bei der SBB konnten sie beispielsweise im Führerstand einer Lok mitfahren. Wir zeigten Filme, und die SBB Ingenieurinnen und Ingenieure berichteten anhand von mitgebrachten Arbeitsgegenständen aus ihrem Alltag. So lernten die Studierenden, was es braucht, bis ein Zug losfahren kann. Anhand von Praxisbeispielen erläuterten die SBB Vertreterinnen und Vertreter zudem die Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf die SBB zukommen werden.

Am Abend trafen sich alle Studierenden im CUBE Hotel in Savognin zum Austausch mit den Unternehmen. Die Studierenden lernten so auch die andern sieben Unternehmen kennen und konnten gezielt Fragen zu Einstiegsmöglichkeiten stellen. Der Anlass wurde anderntags mit gemeinsamen sportlichen Aktivitäten wie Schwimmen und Biken abgeschlossen.

Was ist das Ziel der SBB an den Engineering-Days?
Die SBB positioniert sich mit diesem Anlass als potenzielle Arbeitgeberin für Ingenieurinnen und IngenieureEngineering-Days - aufmerksames Zuhören. Sie sucht regelmässig Ingenieurinnen und Ingenieure für Bauprojekte, im Maschinenbau und Elektrobereich.

Was waren deine Aufgaben an den Engineering-Days?
Ich habe vor allem den ersten Tag, also den Einblick in die SBB, organisiert. Das Programm musste erstellt und die Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertreter der SBB eingeladen werden. Seitens SBB waren zwei Ingenieure, ein Vertreter des Bereichs Operating, der Leiter des Trainee Programms sowie eine Person von einem externen Engineering-Partner der SBB dabei. Interessant war, dass einer der anwesenden Ingenieure, der jetzt bei der SBB als Technical Trainee arbeitet, vor einem Jahr selber als Student an den Engineering-Days war. Und natürlich war ich auch in Kontakt mit den von der SBB ausgewählten Studierenden.

Wie hast du die Tage erlebt?
Wir waren eine super Gruppe mit ganz unterschiedlichen und spannenden Werdegängen. Beeindruckt hat mich vor allem die angenehme und entspannte Atmosphäre unter den Studierenden und auch im Umgang mit den Unternehmensvertretenden.

Welche Rückmeldungen von Studierenden hast du erhalten?
Durchgehend sehr positiv. Sie waren begeistert von unserem Programm. Die Vielseitigkeit der SBB, aber auch die Führerstandsfahrt beeindruckte sie sehr. Viele haben sich für das 18-monatige Trainee Programm interessiert. Andere wollten von mir mehr über das Hochschulpraktikum erfahren. Mehrfach wurde ich auch nach der Möglichkeit, bei der SBB eine Studienabschlussarbeit zu schreiben, gefragt. Das unterstützt die SBB grundsätzlich. Die SBB bietet auf ihrer Website eine Plattform an, auf welcher mögliche Themen ausgeschrieben werden. Wenn da jedoch keine passende Arbeit ausgeschrieben ist, sollte man sich trotzdem melden. Die Plattform ist nämlich erst vor kurzem aufgeschaltet worden.

Leider gab es keinen Schnee.

Welche ganz persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse nimmst du für dich aus diesem Projekt mit?
Die Vorbereitungen für einen solchen Event sind sehr intensiv. Es ist wichtig, dass man genug früh mit der Planung anfängt und alle Mitwirkenden miteinbezieht. Ich habe gelernt, kurzfristige Absagen nicht zu persönlich zu nehmen. Es kann ja wirklich mal etwas dazwischen kommen.

Es passieren kleinere Missgeschicke. So würde ich nicht mehr Schoggi-Kugeln mit in den Zug nehmen. Diese sind nämlich jedes Mal runtergerollt, wenn der Lokführer mit den Studierenden eine Vollbremsung geübt hat. Und dass es in Savognin noch keinen Schnee hatte, dafür kann ich ja nichts. Sonst hat aber alles super geklappt, und wir hatten grossen Spass.

Weshalb hast du dich für ein Hochschulpraktikum bei der SBB entschieden?
Die SBB war schon immer eine Wunsch-Arbeitgeberin von mir. Ich bin viel mit dem Zug unterwegs und habe seit meinem 16. Lebensjahr ein GA. Das Hochschulpraktikum der SBB bietet mir die Möglichkeit, neben dem Studium in einem Teilzeitpensum zu arbeiten. Und der Job im Personalmarketing passt einfach super zu mir.

Wie hast du vom Hochschulpraktikum bei der SBB erfahren?
Ich habe den SBB Job-Newsletter abonniert und so regelmässig eine E-Mail mit den offenen Stellen erhalten. Ich habe mich sofort auf die ausgeschriebene Stelle beworben, obwohl ich gerade in Südkorea im Austauschsemester war. Nach wenigen Tagen erhielt ich mitten in der Nacht einen Anruf, wegen der Zeitverschiebung. Weil ich nicht persönlich zum Interview erscheinen konnte, vereinbarten wir einen Termin für ein Interview per Skype, das interessant und herausfordernd war, aber gut geklappt hat. Insgesamt hat es von meiner Bewerbung bis zur Zusage weniger als zwei Wochen gedauert. So rasche Zusagen sind jedoch nicht immer möglich.

Wie sieht deine nähere Zukunft aus?
Nach knapp sieben Monaten werde ich Ende Januar 2015 mein Praktikum beenden. In den Semesterferien fliege ich nach Thailand, um Kräfte für das letzte Semester zu sammeln. Danach werde ich mich wieder voll auf die Schule konzentrieren. Das Abschlusssemester mit zwei Modulen und der Masterthesis wird nochmals intensiv werden. Im August werde ich mit dem Master abschliessen. Ich freue mich auf meine erste Festanstellung, allenfalls wieder bei der SBB.

 

Nadine-Danielle Schenker, 23, hat an der Fachhochschule in St. Gallen den Bachelor in International Management gemacht und absolviert zur Zeit den Master in Marketing an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur. Sie hat bereits ein Touristik-Praktikum gemacht sowie als Marketing-Assistentin gearbeitet, bevor sie bei der SBB als Hochschulpraktikantin begann.


Hinter den Kulissen: Unterwegs mit RailClean.

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Ein Güterzug rattert vorbei, der Laubbläser bläst Blätter weg, ein Arbeiter in leuchtendem Orange schiebt den knatternden Rasenmäher vor sich her. Es ist früh und es ist Herbst. Wir sind auf einem Parkplatz beim Bahnhof Sursee, der Nebel lichtet sich. Peter Mäder überprüft den Sitz seiner Schutzbrille. Dann heult seine Stihl auf. Der Hecke geht es ans Geäst.

Die Männer sägen, stutzen, mähen. Peter zieht die Jacke aus, die Arbeit wärmt von innen. Er ist Spezialist bei RailClean und Gruppenleiter. Und ich dachte, das sehe ich mir mal einen halben Tag an: Wie die so den Boden reinigen am Bahnhof Luzern mit diesen Wägelchen. Soweit die Vorstellung. Aber den Boden sauber machen, sagt Peter, das sei nur eine von vielen sehr unterschiedlichen Aufgaben. Wie WCs reinigen, Bodenmarkierungen malen, Graffiti entfernen. Wie Schnee schaufeln, Heizungen warten, Parkuhren leeren. «Mein Job ist super vielseitig», sagt Peter, der Fachmann. «Jeden Tag dasselbe machen, das wäre nichts für mich.» Und heute steht also nicht Boden reinigen auf dem Programm, sondern: Grünschnitt «und so».

 

Peter Mäder schneidet die Hecke

Heilige Maschinen.

Was gibt es denn schon Grünes zu schneiden auf einem Parkplatz am Bahnhof? Ich stehe etwas verloren da und schaue drei Männern beim Arbeiten zu. Ein schlichter Parkplatz – aber so viel zu tun! Da muss die Hecke zurechtgestutzt werden, die den Parkplatz umgrenzt. Der Rasenstreifen neben der Hecke wird gemäht. Der Ahorn muss Äste lassen, das Unkraut muss weg. Peter schaltet seine Maschine aus. Die werde mit Strom betrieben, erklärt er, das sei leiser und umweltfreundlicher. Dann entschuldigt er sich. Er muss den Trimmer holen im Transporter, die Heckenschere nimmt er mit. «Ich kann die nicht einfach hier am Boden liegen lassen», so Peter. Stolpergefahr, sagt er, und Diebstahlgefahr. «Die Maschinen sind mir heilig, sozusagen.» Peter lächelt.

Kollege Muse Marjkaj, den alle nur Mus nennen, schaltet seinen Laubbläser aus und nickt in Richtung Transporter. «Der Peter ist ein guter Chef, das sage ich dir.» Dann ist genug gesagt und Mus bläst weiter Herbstblätter unter dem Veloständer hervor.

3_Team

Mobiles Büro.

«Hey, Mus!», meldet sich Peter zurück. Ihm ist etwas Wichtiges in den Sinn gekommen. «Hast du deine Tochter schon für den Zukunftstag angemeldet?» Mus, Vater von fünf Kindern, schüttelt den Kopf, «noch nicht». Am Zukunftstag darf seine Tochter ihn zur Arbeit begleiten. Auch Peter wird eine seiner beiden Töchter mitbringen. Per Handy wird rasch ein kurzes Mail formuliert – der Parkplatz ist auch ein Büro. Minuten später kommt die Antwort vom Vorgesetzten: Das mit der Anmeldung hat geklappt.

Und weiter geht es. Der Rasenmäher muss geleert werden. Peter wirft die geschnittenen Äste in den Anhänger. Mus wischt das Laub zu einem Haufen zusammen. Nach zwei Stunden Arbeit ist der Parkplatz wieder «in Ordnung», wie Peter sagt. Zeit für eine Kaffeepause.

Mus, so erfahre ich, ist Graffiti-Spezialist. Also kein Sprayer, nein, sondern ein Profi, wenn es um die Entfernung von verbotenen Kunstwerken oder hässlichen Schmierereien geht. Mus war früher Maler und weiss auf den ersten Blick, welche Farbe auf welchem Untergrund sich mit welchen Hilfsmitteln entfernen lässt. Politische und sexistische Botschaften werden innert 24 Stunden weggeputzt. «Oder wenn jemand irgendwo Scheiss-SBB hinschreibt!» Peter, seit 25 Jahren bei der SBB, lässt seine flache Hand waagrecht durch die Luft flitzen: «Das will ich nicht sehen. Das muss sofort weg.»

 

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Arbeit überall.

Peter stellt die leere Espressotasche entschlossen aufs Tablett. «Also. Wollen wir?», fragt er und damit ist die Pause vorüber. Wir laufen zum Bahnhof, wo Peter einen verstopften Abfluss überprüfen möchte. Auf dem Weg bleibt er jedoch alle paar Meter stehen. Hier hängt Schild schräg und könnte runterfallen. Dort zwischen den Treppenstufen sollte noch gejätet werden. Auf dem Perron liegt ein zerknülltes Papier. Peter bückt sich und wirft es in den nächsten Abfalleimer.

9_Unkraut_Treppe

«Ich kann nicht mehr normal durch einen Bahnhof gehen», entschuldigt er sich. Dann lacht er. «Wenn ich mit der Familie einen Ausflug mache, sehe ich an jedem Bahnhof Dinge, die es zu erledigen gibt.» Eine Berufskrankheit. Aber dann kämen jeweils die heilsamen Worte seiner Frau: «Du, Peter, heute hast du frei, gäll.»

Früher war Peter im Rangierbetrieb. «Aber als ich Vater wurde, wollte ich aufhören mit diesen Nachtschichten», erklärt er. Er wurde diplomierter Hauswart, machte eine breite und anspruchsvolle Ausbildung. Die Arbeit, das merkt man, liegt ihm. «Ich kann hier Verantwortung übernehmen. Mir gefällt an meinem Job, dass ich auch das Hirni brauche.» Wenn etwa im Herbst nasses Laub am Boden liege, dann müsse man entscheiden, wo es zuerst weg müsse. «Im Entlebuch, auf dem Land, da haben die Leute eher gutes Schuhwerk an», erklärt Peter. Da seien ein paar Blätter nicht so tragisch. Anders am Bahnhof Luzern, «dort gibt es viel mehr Kundinnen mit Stögelischuhen.» Peter grinst.

 

Harte Wintertage.

Auf dem Perron treffen wir eine Kollegin vom Schalter. «Wie geht es dir, Yvonne, alles klar bei euch?» Man kennt sich. Yvonne erzählt Peter von kalten Radiatoren im Bahnhofsgebäude. «Das kann ich mir rasch anschauen», sagt Peter und schon ist er unterwegs in den Heizkeller. Er überprüft die Einstellungen, drückt ein paar Knöpfe und zückt dann das Telefon. Ein Monteur muss aufgeboten werden.

Bald kommt der Winter. Und der Winterdienst. «An manchen Tagen frieren wir sehr, das ist schon hart, gerade auch für ältere Mitarbeitende», sagt Peter, 44 Jahre, der sich mit Sport fit hält. «Aber wir helfen einander», fügt er an, und es sei ja nicht das ganze Jahr Winter.

10_Abfluss

In der Unterführung wartet schon Rafael, ein Entwässerungsspezialist aus der Abteilung Infrastruktur. Die Männer studieren Pläne. Sie knien am Boden, ziehen abwechslungsweise einen riesigen Plastikhandschuh an und wühlen im schmutzigen, riechenden Abfluss. «Ich spüre etwas.» Sie nicken einander zu. «Total verstopft.»

Ein halber Arbeitstag, schon vorbei. Ich muss los und Peter fährt zum nächsten Bahnhof. Für fast 90 Stationen und Bahnhöfe in der Zentralschweiz ist sein Team verantwortlich. Was steht am Nachmittag auf dem Programm? «Wir gehen mit dem Rexi nach Sempach», sagt Peter. Ich frage nach, ob Rexi ein weitere Kollege sei, der ihnen helfen werde. Die Männer schmunzeln. «Der Rexi», erklärt Peter, «das ist unser Rasenmäher.»

 

Die Vielfalt der verschiedenen Berufe bei der SBB könnte grösser nicht sein: Ob Gleisbauerin, Transportpolizist, Lokführerin oder Zugverkehrsleiter – wir begleiten Mitarbeitende der SBB und wagen somit einen Blick hinter die Kulissen. Deine Wünsche und Anregungen zu den SBB Berufen kannst du uns gerne an socialmedia-p@sbb.ch senden.

Hinter den Kulissen: Im Industriewerk Yverdon.

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Beim Bahnhof von Yverdon-les-Bains, wo die Thielle gemütlich in Richtung Neuenburgersee fliesst, ist der Arbeitsplatz von Hamdi Dragusha. Er arbeitet im Team 330 des SBB Industriewerks Yverdon. Sein Job: Drehgestelle revidieren. Das Drehgestell  oder Fahrwerk ist das Zugteil zwischen Wagen und Gleis, wo die Räder dran sind. Und darum kümmert sich Hamdi. Wir haben ihm bei der Arbeit zugeschaut.

«Wir hatten bisher null Unfälle in diesem Jahr», erzählt Hamdi Dragusha. «Und wir möchten, dass das auch so bleibt.» Er drückt mir eine Schutzbrille und eine signalorange SBB Weste in die Hand. Wir betreten die riesige Werkshalle. Ein Gabelstapler saust vorüber, die Frau am Steuer grüsst freundlich. Ein Industriekran über unseren Köpfen beginnt zu surren und setzt sich langsam in Bewegung. «Attention!», ruft der Kollege. Hamdi Dragusha weist mich auf die blauen Wegmarkierungen für Fussgänger hin: «Hier bist du sicher.»

Drehgestell ICN

 

Teamwork.

Ich begleite Hamdi zu seinem heutigen Arbeitsplatz: Ein ETR-Drehgestell wartet darauf, in seine Einzelteile zerlegt zu werden. Das wird zwei Tage dauern, höchstens zweieinhalb. Und jetzt geht es los. Hamdi und sein Kollege lösen Schrauben, pumpen Öl ab, heben mit dem Kran schwere Metallteile hoch. Ohne viele Worte zu wechseln, nehmen die das Drehgestell Stück für Stück auseinander. Die demontierten Teile werden sorgfältig sortiert, kleine Dinge wie Schrauben und Muttern landen im Abfall.

Die beiden sind ein eingespieltes Team, gehen einander ungefragt zur Hand. Hamdi holt einen Schraubenschlüssel, der so gross ist wie mein Unterarm. Er löst flink drei Schrauben, die vierte jedoch bewegt sich keinen Millimeter. «Ca coince», informiert Hamdi den Kollegen: es klemmt. Er versucht es nochmal. Nicht mit aller Kraft, sagt er, denn sonst könnte die Schraube brechen. Hamdi zieht noch einmal am Schraubenschlüssel, «voilà!».

In der Kaffeepause wird gefachsimpelt. Ich verstehe Bahnhof. Die Kollegen witzeln vor dem Kaffeeautomaten: «Aha, Hamdi, du hast Besuch heute. Darum warst du also beim Coiffeur!» Alle grinsen, Hamdi lacht. «On rigole», sagt er zu mir: «Wir machen nur Spass». Die Stimmung im Team 330 ist gut. «Wir sind eine gute Equipe und unternehmen manchmal auch nach der Arbeit etwas zusammen.»

Hamdi ist seit über drei Jahren im Industriewerk tätig. Als ausgebildeter Automechaniker hat der nach der Rekrutenschule hier als temporärer Mitarbeiter angefangen. «Ich suchte Arbeit und kam hierher mit der Idee, mir eine feste Stelle zu suchen als Mechaniker.» Dann habe es ihm im Team 330 so gut gefallen, dass er bleiben wollte. Er hatte Glück und erhielt nach eine Weile eine Festanstellung. «Ich habe einen sicheren Arbeitsplatz, das gibt mir ein gutes Gefühl.»

 

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Maschinen und Menschen.

Angefangen hat alles mit einem Flirt. Also mit einem Drehgestelle für einen Flinken, Leichten, Innovativen Regional-Triebzug von Stadler Rail. Hamdi hat sich schnell eingearbeitet und konnte schon bald neue Triebgestelle kennenlernen: ICN, GTW, NPZ. «Für mich ist das spannend, denn dadurch wird meine Arbeit sehr abwechslungsreich.» Auch für seinen Chef sei es interessant, da Hamdi flexibel einsetzbar sei. Und welches Drehgestell hat er am liebsten? . «Die Flirt, denn die kenne ich ‚par coeur‘, also in- und auswendig.»

Doch nicht nur die verschiedenen Drehgestelle machen Hamdis Arbeit spannend, auch die unterschiedlichen Menschen: «Ich unterstütze gerne neue Teammitglieder in der Einarbeitungsphase», sagt Hamdi. Dies helfe ihm auch bei der eigenen Arbeit. Denn erst, wenn er etwas verständlich erklären könne, habe er es auch selber wirklich verstanden.

Am Nachmittag hilft Hamdi einem Kollegen in der Montage. Die Drehgestelle werden wieder zusammengesetzt, Stück für Stück, Schraube für Schraube – die sind übrigens alle neu, da die alten Schrauben ja bei der Demontage vorschriftsgemäss entsorgt wurden. Die neuen Schrauben werden mit einem Drehmomentschlüssel exakt fixiert auf einen vorgegebenen Wert in Newtonmetern. Zur Kontrolle kommt ein farbiger Strich auf die angezogene Schraube. Zusätzlich bestätigt der Mechaniker jede angezogene Schraube mit Stempel und Unterschrift auf dem Arbeitsprotokoll. «Sicherheit ist ein grosses Thema», erklärt Hamdi.

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Unsichtbare Arbeit.

Ist das Drehgestell fertig montiert, wird es ausgiebig getestet. Ein spezielles Gerät simuliert die Belastung des Drehgestells mit 10 Tonnen. Es wird also getestet, wie das Drehgestell reagiert, wenn es später wieder unter dem Wagen steht. Falls die Messdaten nicht den erwarteten Werten entsprechen, wird das Drehgestell genauer untersucht. «Es geht kein Drehgestell aufs Gleis, das diesen Test nicht bestanden hat.» Nach dem Computertest im Industriewerk geht jeder fertig revidierte Zug noch auf eine Testfahrt, bevor er wieder fahrplanmässig eingesetzt wird.

Vor seinem Feierabend darf ich Hamdi noch auf einer Tour durchs ganze Industriewerk Yverdon begleiten. Ich sehe, wie ein Wagen einen neuen Teppichboden erhält. Ein Maler verpasst einem Wagen einen frischen Anstrich. Ein Rotor wird in Silikon gebadet. Über 500 Mitarbeitende aus 25 Berufen sind hier damit beschäftigt, in die Jahre gekommene Züge wieder fit und frisch zu machen für die Fahrgäste. «Unsere ganze Arbeit» sagt Hamdi und macht eine ausladende Armbewegung vom einen Ende der riesigen Halle zur anderen, «all das geschieht im Hintergrund.»

 

 

Die Vielfalt der verschiedenen Berufe bei der SBB könnte grösser nicht sein: Ob Gleisbauerin, Transportpolizist, Lokführerin oder Zugverkehrsleiter – wir begleiten Mitarbeitende der SBB und wagen somit einen Blick hinter die Kulissen. Deine Wünsche und Anregungen zu den SBB Berufen kannst du uns gerne an socialmedia-p@sbb.ch senden.

So finden Sie den Flow beim Arbeiten.

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Kennen Sie das auch, die Ideen für eine Präsentation oder einen Projektbericht fehlen? Da sitze ich nun vor dem Bildschirm und warte darauf, dass mich die Muse küsst. Mein Blog wartet sehnlichst auf neue Beiträge. Doch woher die Geistesblitze nehmen, wenn sie nicht kommen wollen. Eine veränderte Sitzposition hilft mir genauso wenig wie ein kurzer Schwatz mit den Arbeitskolleginnen. Doch, sie geben mir den entscheidenden Hinweis: Mir fehlt der Flow.

Im Internet mache ich mich auf die Suche nach dem Flow. Bei Wikipedia finde ich folgende Definition: «Flow bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (…) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit (…), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- beziehungsweise Tätigkeitsrausch (…)».

FlowNun da ich in etwa weiss, was dieser viel gelobte Flow ist, will ich wissen, wie ich in diesen Zustand gelange, in der Hoffnung, meine Schaffenskraft kehre zurück. Das Ergebnis ist ernüchternd. Denn offenbar stellt sich der Flow-Zustand eher zufällig ein, nämlich genau dann, wenn keine Über- oder Unterforderung besteht. «Bin ich nun über- oder unterfordert», frage ich mich.

Der Flow setzt also eher zufällig ein. Und trotzdem, so lese ich, gibt es einige Faktoren, die ihn begünstigen. Die Ergebnisse meiner Internetrecherche habe ich nachfolgend zusammengefasst. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch, wissenschaftlich erhärtet oder vollständig zu sein:

1. Realistische Ziele setzen: Um eine Übereinstimmung von Herausforderung und eigenen Fähigkeiten zu erreichen, sollten realistische Ziele gesteckt werden. Dabei gilt, je klarer die Zielformulierung, desto einfacher die Zielerreichung. Formulieren Sie sinnvolle Ziele, die Sie in der gesteckten Frist erreichen können. Das Stecken von Zielen nach SMART hilft Ihnen dabei.

2. Raum für das Tun schaffen: Um den Flow-Zustand zu erreichen, braucht die Aufgabe einen gewissen Raum, und zwar örtlich wie auch zeitlich. In gestresstem Zustand, beispielsweise aufgrund eines zu hohen Geräuschpegels, zu vieler visueller Ablenkungen oder ständigen Unterbrechungen, aber auch unter hohem Zeitdruck, wird sich der gewünschte Zustand nicht einstellen. Schaffen Sie sich also ein passendes räumliches Umfeld und nehmen Sie sich Zeit für die Erledigung der Aufgabe.

3. Perfektionismus und Aufschieberitis hemmen den Flow: Das Streben nach der perfekten Auftragserfüllung wie auch das Vor-sich-hinschieben von Tätigkeiten verhindert das Eintreten des Flows. Denn beide Phänomene bremsen den Menschen. Sie lassen ihn zulange bei einer Aufgabe verharren oder verhindern das Fokussieren auf eine Aufgabe, weil da im Hinterkopf noch immer dieser andere Auftrag herumspukt. Machen Sie sich stattdessen eine Liste mit Aufgaben und arbeiten Sie diese nach Prioritäten ab.

4. Musik gezielt einsetzen: Studien haben ergeben, dass Musik in bestimmten Fällen das Arbeiten und Lernen begünstigt. Einerseits kann Musik in einem lärmigen Umfeld eine Art Zuflucht sein. Andererseits wird die Stimmung der meisten Menschen durch ihre Lieblingsmusik positiv beeinflusst. Beide Effekte können so ausgleichend auf das Verhältnis zwischen Herausforderung und Fähigkeiten wirken, um den Flow-Zustand zu erreichen. Stellen Sie sich eine Playliste mit Ihrer «Zufluchts-» und Lieblingsmusik zusammen und tragen Sie diese auf Ihrem Smartphone immer bei sich.

5. Routinearbeiten im Wettbewerb mit sich selbst erledigen: Zug im FlowBei der Erledigung von Routinearbeiten tendieren wir dazu, unterfordert zu sein. Um die Anforderungen zu steigern, können Ziele gesteckt werden, wie beispielsweise, die Aufgabe in immer kürzerer Zeit bei gleicher Qualität zu lösen. Als Nebeneffekt können damit nicht selten Prozesse optimiert und unnötige Arbeitsschritte oder Tätigkeiten eliminiert werden. Betrachten Sie also Routinearbeiten als Herausforderung.

6. Tageszeit beeinflusst Leistungsfähigkeit: Die Leistungsfähigkeit verändert sich individuell nach Tageszeit. Das Flow-Gefühl stellt sich am ehesten bei höchster Leistungsfähigkeit ein. Beobachten Sie über mehrere Wochen hinweg Ihre Arbeitsleistung und evaluieren so Ihre individuelle Tageszeit mit der höchsten Leistungsfähigkeit.

7. Schlaf steigert die Leistungsfähigkeit: Neben den oben erwähnten Punkten beeinflusst auch der Schlaf die Schaffenskraft. Einerseits verleiht der Flow das Gefühl der absoluten Wachheit, andererseits ist diese auch Voraussetzung, damit sich der Zustand überhaupt einstellen kann. Wer schlecht oder zu wenig schläft, wird Mühe haben, in den Flow zu gelangen. Achten Sie auf genügend und ruhigen Schlaf.

8. Ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel fördert den Flow: Sie habe möglicherweise auch schon den Wunsch verspürt, sich nach einem schweren Mittagessen hinzulegen und zu schlafen. Der Körper benötigt in solchen Phasen alle Energie zum Verdauen und hat daher keine Ressourcen mehr, um schwere Denkaufgaben oder sportliche Herausforderungen zu meistern. Zuckerhaltige, respektive stark kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel führen zu grossen Blutzuckerschwankungen und damit, nach einem kurzen Hoch, zu Leistungsabfall. Planen Sie daher regelmässig gesunde Mahlzeiten in den Tagesablauf ein.

Erstaunt stelle ich fest, dass nicht gemerkt habe, wie die Zeit vergangen ist, während ich diesen Bericht verfasst habe. Die Geräusche um mich herum habe ich kaum mehr wahrgenommen, so merke ich erst jetzt, dass sich das Büro um mich herum langsam geleert hat. Ich denke, ich habe den Flow gefunden.

Wenn Amor auf der Arbeit aufkreuzt.

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Was haben die Federers und die Obamas gemeinsam? Beide Paare bandelten bei der Arbeit an. Damit sind sie nicht allein. Nach Freundeskreis und Ausgang lernen sich die meisten Paare am Arbeitsplatz kennen. Was du tun oder tunlichst vermeiden solltest, um beim Pas de Deux auf dem Job-Parkett nicht zu stolpern, liest du in diesem Beitrag.

Valentinstag

Der Job verbindet.
Mit unseren Arbeitskollegen und -kolleginnen verbringen wir einen Grossteil unserer Wachzeit. Wir kämpfen mit ähnlichen Tücken, reissen Insiderwitze, feiern Siege und bewältigen Niederlagen. Dieser geteilte Berufsalltag schafft eine ganz besondere Nähe – ein fruchtbarer Nährboden für die Liebe. Zudem tummeln sich in einem Team von Fachleuten eher ähnliche Persönlichkeiten. Die Berufswahl filtert nach Ausbildung, Interessen und Herkunft, das Unternehmen als Recruiter nach Werten, Einstellungen und Perspektiven. So serviert einem das berufliche Umfeld eine feinsäuberliche Vorauswahl an möglichen Herzblättern auf dem Silbertablett.

Die Chancen, im Job Mr. oder Mrs. Right zu finden, stehen also durchaus gut. Bevor du das Abenteuer wagst, solltest du dir jedoch einige Punkte aufs innere Whiteboard schreiben, denn ein Techtelmechtel am Arbeitsplatz kann sich auf deine Karriere, dein Team und deine Kompetenzen auswirken.

Dos und Don’ts.
Fangen wir mit den Dos an, also mit jenen Verhaltensweisen, die einer Romanze zuträglich sind:

  1. Stelle sicher, dass ihr mehr als nur den Job gemeinsam habt. Wenn ihr merkt, dass ihr beim Candlelight Dinner nur übers Büro redet, könnte dies ein Warnsignal sein.
  2. Bleibe mit anderen Arbeitskollegen in Kontakt. Gehe bewusst weiterhin mit deinen Leuten in die Mittagspause und vermeide die Abschottung als Paar. Damit machst du dich nur unbeliebt und verlierst den wichtigen Draht zu deinem Team.
  3. Erzähle deinen Kollegen so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Der Arbeitsplatz ist wohl ein guter Heiratsmarkt, aber gleichzeitig auch ein Brutkasten für allerlei Geschwätz. Romanzen sind ein gefundenes Fressen für Lästermäuler, deshalb musst du bewusst entscheiden, welche Infos du überhaupt einspeisen willst.

Nun zu drei Punkten, die du vermeiden solltest:

  1. Wenn du jemanden für ein Date fragen willst, tue dies ausserhalb des Büros. Warum? Du bringst plötzlich etwas Privates ins berufliche Umfeld. Dies kann für die Person des Begehrens doppelt unangenehm sein, vor allem dann, wenn sie kein Interesse an einem Rendezvous hat.
  2. Ist die Flamme einmal entfacht, musst du das Feuer nicht unbedingt auf der Arbeit schüren. Vermeide geheime Stelldicheins im Kopierraum und Liebesgeflüster auf dem Weg zu einem Meeting. Kurz gesagt: Verhalte dich bewusst noch professioneller als du es vor Amors Treffer getan hast.
  3. Das Verschicken von Liebesbotschaften via Firmencomputer ist ebenfalls keine gute Idee. Die IT-Leute haben mehr Zugriff als wir denken, die Privatsphäre ist keinesfalls gewährleistet.

Obwohl Beziehungen unter Kollegen kein Tabu mehr sind, verheimlicht mehr als ein Drittel der Paare ihre Liebschaft, so eine Studie aus den USA. In den Staaten gelten bei manchen Firmen strenge Regeln, die es Arbeitnehmenden gar verbieten, sich on the Job zu verlieben. Bei der SBB gibt’s dazu keine offiziellen Regelungen. Wie in zahlreichen anderen Unternehmen auch, wird jedoch bei Liebschaften mit einem Hierarchieverhältnis die Rangfolge aufgelöst, damit keine Interessenskonflikte entstehen. Leider muss oft die Frau neu platziert werden, zum Glück ist aber meist ein interner Wechsel möglich, sofern die Arbeitnehmerin dies wünscht.

Rosige Aussichten.
Allen Hindernissen zum Trotz: Die Prognosen für Liebe am Arbeitsplatz stehen gut! Laut Statistiken aus dem grossen Kanton halten im Job angebahnte Ehen länger, als solche, die ihren Anfang ausserhalb der Berufswelt nahmen. Dafür gibt es zwei Gründe:

Wo lässt sich jemand einfacher und gründlicher beobachten, als im Büro? In aller Ruhe und aus nächster Nähe können wir den Kandidaten in verschiedenen Situationen erleben und kennen lernen. So wissen wir schon ziemlich genau, mit wem wir es zu tun haben, bevor wir das Objekt der Begierde überhaupt zu einem Glas Wein einladen.

Der zweite Grund für den Erfolg von Arbeitsplatzromanzen:

In der Arbeitswelt gehen wir vorsichtiger aufeinander zu als beispielsweise in der Disco, wo man sich nach einem missglückten Flirtversuch ganz einfach aus dem Weg gehen kann. Eine Liaison am Arbeitsplatz ist viel verbindlicher. Das Risiko sich erneut zu begegnen liegt bei satten 100 Prozent.

Es ist noch kein Zugverkehrsleiter mit dem Flugzeug gekommen.

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Es ist schon sehr cool, wenn man sagen kann, dass man am Flughafen arbeitet. Für Viele hat ja so ein Flughafen eine hohe Anziehungskraft. Bei mir ist das nicht anders. Ich liebe die Stimmung, ja sogar die stundenlange Warterei mit Aussicht auf die vielen Flugzeuge und das rege Treiben der Flughafenangestellten. Aber darum geht es hier gar nicht.

Besucherausweis

«Eben gerade nicht», sagt auch Mathias Spühler, HR-Berater im Operation Center Ost, das sich am Flughafen Zürich-Kloten befindet und in den ehemaligen Räumlichkeiten von skyguide untergebracht ist. «Der Standort ist äusserst attraktiv, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht die Flug-Fans anlocken, auch wenn sie als Zugverkehrsleitende im Operation Center Ost mehr Flugzeuge als Züge sehen», schmunzelt er. Es gehe um rund 9000 Personen- und Güterzüge, die täglich mit über 31 000 Signalen über rund 13 000 Weichen auf den gut 3000 Schienenkilometern der SBB aneinander vorbei gelotst werden müssten, so Mathias Spühler weiter.

Um mir ein Bild vom Beruf des Zugverkehrsleiters, der Zugverkehrsleiterin zu machen, nehme ich an einer Berufsinformationsveranstaltung teil und merke selber, wie mich das Flughafenvirus… aber nein, ich ignoriere es einfach.

In einem hellen Raum begrüsst Mathias Spühler pünktlich um 18.30h rund 20 Personen, die sich für den Beruf interessieren. Die Gruppe ist bunt gemischt; Frauen wie Männer, Berufserfahrene und Berufseinsteigende. Sie alle wollen in den bevorstehenden zwei Stunden herausfinden, ob sie die Voraussetzungen, aber auch ganz wichtig, die Motivation und Freude mitbringen, die Ausbildung zur Zugverkehrsleiterin, zum Zugverkehrsleiter in Angriff zu nehmen und später den Beruf auszuüben.

Teilnehmenden an der BIV für ZVL im Schulungsraum.

Teilnehmenden an der BIV für ZVL im Schulungsraum.

Florian Breu, Leiter Sektor, sagt mir, dass er jeweils in der Mitte der Veranstaltung abschätzen könne, wie viele sich aus der Runde bewerben würden. «Bei 20 Teilnehmenden sind es meistens ein bis zwei Personen, die sich dann tatsächlich bewerben». 2014 gab es schweizweit 1000 Bewerbungen auf 100 Stellen. Der Bewerbungs- und Auswahlprozess sei mit verschiedenen Fähigkeits- und Stresstests, einem Bewerbungsgespräch sowie mit medizinischen Untersuchungen kein Zuckerschlecken, erklärt mir Florian Breu. «Die Vorschriften macht aber nicht die SBB, sondern das Bundesamt für Verkehr. Es geht um eine Million Menschen und 200 000 Tonnen Güter, die die SBB täglich sicher befördert».

Irgendwie erhält man während der Veranstaltung immer wieder den Eindruck, dass es eher um die Abschreckung als um die Anwerbung von Bewerbenden geht. «Der Grat zwischen einer realistischen Schilderung der Herausforderungen und der Abschreckung ist schmal. Wir wollen nichts beschönigen, daher zeigen wir den Interessentinnen und Interessen auch die Kommandozentrale, also des Herzstück des Operation Centers. Und wenn sie während der Besichtigung noch ein Ereignis wie beispielsweise einen defekten Zug auf der Strecke oder einen Unfall miterleben, dann wird den Teilnehmenden rasch klar, dass das Auswahlverfahren strengen Kriterien unterliegen muss. Die Ausbildung ist nicht nach acht Monaten abgeschlossen, sondern fängt mit der täglichen Arbeit erst richtig an.

Die Mitarbeitenden sitzen konzentriert vor ihren Bildschirmen und behalten immer die Übersicht.

Die Mitarbeitenden sitzen konzentriert vor ihren Bildschirmen und behalten immer die Übersicht.

In der Kommandozentrale herrscht eine ganz eigene Stimmung. Die Zugverkehrsleitenden sitzen trotz einer Chaossituation – also einer Phase, in welcher viele Ereignisse gleichzeitig zusammen kommen – ruhig vor ihren Bildschirmen. Auf dem schwarzen Hintergrund sieht man weisse, grüne und rote Linien, die sich in einem Netz quer über mehrere Bildschirme erstrecken. Züge sehe ich keine, sondern nur Punkte, die sich bewegen. Da muss ich schon meine Phantasie zu Hilfe nehmen, dass ich mir vorstellen kann, wie ein Zug gerade den Bahnhof Ziegelbrücke Richtung Zürich verlässt und wie ein anderer kurz vor dem Zürcher Hauptbahnhof ein rotes Signal erhält, weil er einen verspäteten InterCity vorbei lassen muss.

Vereinzelt hört man Stimmen von Zugverkehrsleitenden, die gemeinsam am Disponentenpult Lösungen besprechen und diese zur Umsetzung an die Zugverkehrsleitenden weiterleiten. So werden die Frauen und Männer, die normalerweise hochkonzentriert den Zugverkehr auf ihren Bildschirmen verfolgen, zu Teamplayern. Und mit dem leicht gedimmten Licht wird man den Verdacht nicht los, dass es sich doch einfach nur um eine Kulisse eines Science Fiction-Films handelt. Ich schiesse noch ein paar Bilder, um diese doch etwas unwirkliche und spezielle Stimmung bildlich zu erfassen. Doch schon bald stelle ich fest, dass mir das nicht gelungen ist. Man muss es eben einfach selber erlebt haben.

Ein Zugverkehrsleiter bei der Arbeit.

Ein Zugverkehrsleiter bei der Arbeit.

Nach einer halben Stunde sowie gefühlt 1 000 mir unbekannten Abkürzungen und Zahlen, gehen wir zurück in den Schulungsraum. Mir scheint, als seien die Besucherinnen und Besucher ebenso von den Eindrücken erschlagen wie ich, aber hochkonzentriert und irgendwie auch aufgekratzt.

Nach der Fragerunde verabschieden Florian Breu und Mathias Spühler die Gruppe und führen sie aus dem mehrfach gesicherten Gebäude, in das nicht einmal alle SBB Mitarbeitenden Zutritt haben. Als ich auf die Strasse trete, ist es bereits dunkel. Der Geruch von Kerosin und das Dröhnen der Triebwerke schlagen mir entgegen, während ich mich durch das Flughafengebäude zum Bahnhof im Untergeschoss durchschlage und noch voller Eindrücke nach Hause fahre.

Gluschtig geworden? Dann besuchen Sie doch eine Berufsinformationsveranstaltung. Mehr Informationen zum Beruf der Zugverkehrsleitenden gibt es hier.

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